Asklepios

Verweigerungshaltung sorgt für Unmut

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Verweigerungshaltung sorgt für Unmut

Die Asklepios Klinik Lindenlohe verweigert Tarifverhandlungen. ver.di bereitet Arbeitskampfmaßnahmen vor.

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen, Krankenhaus, Asklepios, ver.di Schicken ihre Forderung per Luftballon in den "Tarifhimmel": Die Beschäftigten der Asklepios Klinik Lindenlohe im Juli 2019

Wiederholt haben die Arbeitgeber der Asklepios Klinik Lindenlohe die Aufforderung der Gewerkschaft ver.di zu Tarifverhandlungen abgewiesen. Unter dem Druck einer geschlossenen Belegschaft versucht Asklepios nunmehr die Forderung nach einem Tarifvertrag zu hintertreiben, in dem sie dem Betriebsrat Eckpunkte für eine Betriebsvereinbarung vorgelegt haben. „Mit unserer Forderung nach einem Tarifvertrag beanspruchen wir nichts anderes als Normalität. Unsere Orientierung am TVöD besagt, sich am branchenüblichen Tarifvertrag zu orientieren, der auch für die meisten Beschäftigten bayerischer Krankenhäuser gilt“, erklärte Robert Hinke, Landesfachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales bei ver.di Bayern. „Stattdessen versucht der Arbeitgeber über eine rechtswidrige Betriebsvereinbarung tariflich abgesicherte Einkommens- und Arbeitsbedingungen abzuwenden“.

Die Unternehmensleitung der Asklepios Klinik Lindenlohe verweigert seit Wochen Tarifgespräche mit der Gewerkschaft ver.di. Für großen Unmut innerhalb der Belegschaft sorgt jetzt das vorgelegte Angebot des Arbeitgebers an den Betriebsrat. Während die Unternehmensleitung einerseits Gespräche mit der Gewerkschaft verweigert, legt sie dem Betriebsrat einen Entwurf für eine Betriebsvereinbarung vor, in der tariflich zu regelnde Themen festgelegt werden sollen. "Wir wollen die Arbeitsbedingungen in Tarifverträgen regeln und somit Arbeitsbedingungen auch rechtssicher absichern!“, betont Manuela Dietz, verantwortliche Gewerkschaftssekretärin und stellvertretende Geschäftsführerin im ver.di-Bezirk Oberpfalz.

In einer Mitgliederversammlung haben sich die ver.dianer entrüstet über den Vorschlag der Unternehmensleitung gezeigt. Einstimmig und unter großem Applaus hat die Mitgliederversammlung daher beschlossen, in die Urabstimmung zu gehen und Streikmaßnahmen vorzubereiten. Die ver.di-Kollegin Theresia Heider, Pflegekraft und Tarifkommissionsmitglied, ergänzt: „Tariflose Zustände haben wir hier seit Jahren und es ist jetzt genug. Wir wollen endlich die Normalität, welche auch für Kollegin und Kollegen in anderen Krankenhäusern gilt.“ 

Die Gewerkschaft ver.di wird der Arbeitgeberseite der Asklepios Klinik Lindenlohe erneut die Verhandlung einer Notdienstvereinbarung anbieten, um auch während eines Arbeitskampfes eine grundlegende medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Die Kolleg*innen an der Asklepios Schildautalklinik in Seesen (Niedersachsen) kennen diese Blockade-Haltung. Asklepios verweigert auch an ihrer Klinik sowohl Tarifverhandlungen als auch akzeptable Angebote. Im Juli, August und Oktober 2019 reagierten die Beschäftigten hier mit Streiktagen. Genau wie die Kolleg*innen aus Lindenlohe fordern sie den Anschluss an das Tarifniveau des Öffentlichen Dienstes.

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