AMEOS

Die richtige Antwort: Fast alle für Streik

Ameos

Die richtige Antwort: Fast alle für Streik

ver.di-Mitglieder in Ameos-Kliniken in Sachsen-Anhalt stimmen mit überwältigender Mehrheit für Streik - Gewerkschaft kritisiert "vordemokratische Praktiken" des Unternehmens

Pressemitteilung Berlin, 24.01.2020. Die überwältigende Mehrheit der ver.di-Mitglieder an den Ameos-Kliniken Aschersleben-Staßfurt, Bernburg, Schönebeck und Haldensleben in Sachsen-Anhalt hat sich in einer Urabstimmung für einen Streik ausgesprochen. 92 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder an den vier Kliniken beteiligten sich an der Abstimmung. Von diesen votierten 99,7 Prozent für die Durchführung eines Erzwingungsstreiks, um ihrer Forderung nach einem Anwendungstarifvertrag zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) Nachdruck zu verleihen. "Das ist ein sehr deutliches Ergebnis. Es zeigt, wie geschlossen die Beschäftigten bei Ameos hinter der Tarifforderung stehen und sich nicht einschüchtern lassen", sagte der ver.di-Verhandlungsführer Bernd Becker. Die Ameos-Gruppe ist ein internationales Unternehmen der Gesundheitswirtschaft mit Sitz in der Schweiz.

Anstatt in Tarifverhandlungen mit ver.di einzutreten, hatte die Ameos-Regionalgeschäftsführung in Sachsen-Anhalt mindestens 14 Beschäftigte, die sich an Warnstreiks beteiligten, fristlos gekündigt. Zudem drohte der Arbeitgeber öffentlich mit dem Abbau von 800 Arbeitsplätzen. "Die Beschäftigten haben seit 2012 auf Gehaltserhöhungen verzichtet. Es ist überfällig, dass sie für ihre tägliche Arbeit an und mit Menschen einen guten und fairen Tarifvertrag bekommen", betonte Becker. "Die Drohungen und Einschüchterungsversuche sind nicht akzeptabel. Ein Klinikbetreiber kann doch nicht mit der Schließung von Abteilungen und ganzer Standorte drohen, nur weil ihm die Tarifforderung der Beschäftigten nicht passt. Es geht um die elementare Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region. Da dürfen solche Methoden und kommerzielle Interessen keinen Einzug halten."

Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstand für das Gesundheits- und Sozialwesen verantwortlich, erklärte: "Ich bin beeindruckt, mit welcher Entschlossenheit die Ameos-Beschäftigten in Sachsen-Anhalt ihre Interessen vertreten und sich ihre Rechte nicht nehmen lassen. Den vordemokratischen Praktiken von Ameos muss ein Riegel vorgeschoben werden. Das Gesundheitswesen finanziert sich aus Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern, deshalb darf man hier hohe Maßstäbe ansetzen, dass auch gesellschaftliche Spielregeln eingehalten werden. Wer Beschäftigte an der Ausübung ihrer Grundrechte hindern will, hat im Gesundheitswesen nichts verloren."

Ab Montag, dem 27. Januar, ruft ver.di die Beschäftigten der Ameos-Kliniken Aschersleben-Staßfurt, Bernburg, Schönebeck und Haldensleben jeweils Montag bis Freitag in der Zeit von 6 Uhr bis zum Ende der Spätschicht um spätestens 22 Uhr zum Streik auf. "Wir haben dem Arbeitgeber erneut eine Notdienstvereinbarung angeboten, um die Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu garantieren. Doch wie schon bei den Warnstreiks im November hat Ameos darauf nicht reagiert", so Becker. "Anders als offenbar das Unternehmen nehmen wir unsere Verantwortung für die Menschen wahr. Deshalb halten wir unser Angebot für eine Notdienstvereinbarung aufrecht und setzen sie einseitig um."

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