AMEOS

Sorge wegen Verkauf an Ameos

Ameos

Sorge wegen Verkauf an Ameos

Schweizer Gesundheitskonzern übernimmt Ostholsteiner Kliniken des Konkurrenten Sana. Beschäftigte werden zum Spielball des Marktes. Betriebsräte und ver.di üben Kritik.

Die Ostholsteiner Kliniken passen offensichtlich nicht mehr ins Portfolio des Sana-Konzerns. Die medizinische Versorgung bringt aus Sicht der Aktionären offenbar nicht genug Rendite. Die Folge: Sana verkauft die Kliniken an die Ameos-Gruppe. Das wurde Ende Oktober bekannt. Beschäftigte, betriebliche Interessenvertretungen und sogar die Arbeitnehmervertreter/innen im Aufsichtsrat wurden von der Nachricht erst sehr kurzfristig informiert.

Der Konzernbetriebsrat äußerte in einem offenen Brief an den Vorstand der Sana Kliniken seine »großer Skepsis und Sorge« über den Verkauf an Ameos. Auch wenn darauf hingewiesen worden sei, dass es zum Zeitpunkt der Übertragung keine Änderungen der Arbeitsverhältnisse geben werden, so »bleiben bezüglich der künftigen Gestaltung der Arbeitsverhältnisse und es Erhalts der Arbeitsplätze viele Fragen offen«.

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert das Vorgehen scharf, denn so werden die medizinische Versorgung in Ostholstein und die Beschäftigteninteressen immer stärker abhängig von Markt und Rendite. Das zerstört unser Gesundheitssystem und schafft kein Vertrauen in die Leistungen der privaten Gesundheitskonzerne. Sana und Ameos haben die unternehmerischen Entscheidungen getroffen. ver.di sieht ihre Aufgabe nun darin, Beschäftigte intensiv dabei zu unterstützen, ihre Interessen zu vertreten.

Ameos war in der Vergangenheit durch langwierige und äußerst konfliktreiche Tarifauseinandersetzungen in Niedersachsen, durch rücksichtslose Ausgliederungen bundesweit und durch Kritik an mangelnder Versorgung, zum Beispiel in Sachsen-Anhalt in die Schlagzeilen geraten. Eine betriebsübergreifende Interessenvertretung gibt es faktisch nicht, weil die Ameos-Gruppe durch ihren Sitz in der Schweiz das deutsche Interessenvertretungssystem umgeht.

Weitere Einzelheiten im Flugblatt des Landesfachbereichs Gesundheits- und Soziale Dienste ver.di Nord.