AMEOS

Nun doch: Zwischenschritt gelungen

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Nun doch: Zwischenschritt gelungen

Ameos nimmt Bedingungen zurück und unterschreibt Vereinbarung über Entgelterhöhungen in seinen Kliniken in Sachsen-Anhalt. Verhandlungen über vollständiges Tarifwerk gehen weiter.
Beschäftigte von Ameos protestieren mit einer "aktiven Mittagspause" gegen das Vorgehen des Konzerns. ver.di Beschäftigte von Ameos protestieren mit einer "aktiven Mittagspause" gegen das Vorgehen des Konzerns.

Neue Volte im Tarifkonflikt an den Ameos-Kliniken Aschersleben-Staßfurt, Bernburg, Haldensleben und Schönebeck – diesmal in die richtige Richtung: Ende Juli unterzeichnete die Geschäftsführung eine Vereinbarung mit ver.di, die den Beschäftigten substanzielle Lohnerhöhungen beschert. Diese hatten mit mehrere Wochen gestreikt und etliche öffentlichkeitswirksame Aktionen auf die Beine gestellt und so im Februar Verhandlungen erzwungen. Im Mai einigten sich beide Seiten auf ein Zwischenergebnis (https://gesundheit-soziales.verdi.de/tarifbereiche/ameos/++co++f5d7e20e-a1b3-11ea-a624-001a4a160119), das in Bernburg, Aschersleben und Schönebeck eine Lohnerhöhung von acht Prozent und zwei Einmalzahlungen von insgesamt 700 Euro vorsah. In Haldensleben, wo der Abstand zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) größer ist, sollte es 8,4 Prozent plus einmalig 800 Euro geben.

Doch dann machte die Spitze des Schweizer Klinikbetreibers eine Kehrtwende: Im Juni machte sie ihre Unterschrift unter den Kontrakt plötzlich von neuen, für ver.di unannehmbaren Bedingungen abhängig. Die gewerkschaftliche Tarifkommission reagierte umgehend und hob die mit Verhandlungsbeginn erfolgte Aussetzung des Streiks vorsorglich auf. Beschäftigte machten ihrem Unmut bei aktiven Mittagspausen Luft.

Das zeigte offenbar Wirkung. In der folgenden Verhandlungsrunde unterzeichneten die Ameos-Manager dann doch das Zwischenergebnis. Die Beschäftigten können sich im August, spätestens September auf die vereinbarten Entgelterhöhungen freuen. Die Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie für Wechselschichten und Bereitschaftsdienste werden rückwirkend ab Mai angehoben.

»Damit haben wir ungefähr die Hälfte des Weges zum TVöD zurückgelegt. Dies ist ein wichtiger Erfolg, doch dabei darf es nicht bleiben«, hatte ver.di-Verhandlungsführer Bernd Becker nach der Einigung im Mai erklärt und zugleich angekündigt: »Das Ziel eines kompletten Tarifwerkes verlieren wir nicht aus den Augen. Am Ende muss ein Tarifvertrag unterzeichnet sein, der sich klar am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientiert.«

Darüber wird nun ab Mitte Oktober weiterverhandelt. Über die Themen Geltungsbereich, Arbeitsvertrag, Nebenabreden, Probezeit, Allgemeine Arbeitsbedingungen und Qualifizierung bestehe bereits weitgehend Einigkeit, heißt es in einem Infoflyer der ver.di-Tarifkommission. Im Oktober geht es dann um die Arbeitszeiten. Man darf gespannt sein, ob die Ameos-Spitze dann erneut für – positive oder negative – Überraschungen sorgen wird. Die mittlerweile kampferprobte Belegschaft ist jedenfalls auf alles vorbereitet.

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