drei.78

Es braucht unsere Stimmen

Ganz vorn

Es braucht unsere Stimmen

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen (ver.di), drei.68, Michael Quetting, ver.di Michael Quetting

Du hast dich vermutlich entschieden und wirst die Stimme der Partei geben, von der du erwartest, dass sie deinen Interessen entspricht. Vielleicht wählst du auch nicht, weil du meinst, doch nichts ändern zu können und man dir vor der Wahl etwas verspricht, was dann doch nicht gehalten wird. Wie auch immer die Wahl ausgeht, was machen die Sieger mit deiner, mit unseren Stimmen? Interessieren sie sich für die mit ihr verbundenen Aussagen?

Der Wählerwille und die reale Politik – das sind doch oftmals unterschiedliche Welten. Die heutige Demokratie scheint ein sonderbares Ding zu sein. Oder gibt es hier einen Menschen, der für die Verlängerung des Renteneintrittsalters ist? Gibt es hier wen, der will, dass das Gesundheitswesen nach Marktgesetzen gesteuert wird? Wer will, dass Mieten ins Unermessliche steigen? Ich kenne auch keinen, der lieber auf Rüstung als auf Umwelt setzt.

Es ist schon eigenartig, dass man seine Stimme abgibt und dann hat man nicht mehr im Griff, was jene, die die Stimmen bekommen haben, damit machen. Wählen wirklich nur die dümmsten Kälber ihre Schlächter selber? Stehen wir nicht letztlich alle im Schlachthof? Das Dilemma besteht doch darin, dass man uns nicht mehr hören will, nachdem wir unsere Stimme in die Urne geworfen haben. Allein dieser Begriff lässt mich schon schaudern.

Meine Stimme will ich nicht abgeben. Ich gehe wählen und behalte meine Stimme und schon gar nicht beerdige ich die Stimme in einer Urne. Ganz egal wie die Wahl ausgeht. Wir von ver.di haben klare politische Vorstellungen.

Zum Beispiel für das Gesundheitswesen, zur Finanzierung der Pflegeversicherung, zur Bekämpfung der Personalnot und zu den Schlussfolgerungen aus der Pandemie.

Glauben wir doch nicht, dass jetzt die Regierung das einfach so in unserem Sinne umsetzen wird. Dazu müssen wir sie schon bewegen. Wer bezahlt die Krise und den notwendigen Umbau? Das wird die kommenden Auseinandersetzungen bestimmen. Stets braucht es des lautstarken Protestes für unsere Sache. Nur dann werden die Regierenden und Herrschenden handeln. Geschichte wird gemacht – entweder von denen, oder von uns. Deswegen braucht es weiterhin unsere Stimmen, bemerkt mit lauter Stimme euer

Michael Quetting

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