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Abstand halten!

Zwischenruf

Abstand halten!

von Sylvia Bühler

Die Corona-Pandemie ist eine extreme Herausforderung. Für jede und jeden von uns sowie für unsere gesamte Gesellschaft. Die unsichtbare Bedrohung verunsichert uns alle. Am besten bestehen wir diese Ausnahmesituation gemeinsam und solidarisch. Doch manche nutzen die allgemeine Verunsicherung, um haltlose Verschwörungstheorien zu verbreiten, zu hetzen und auszugrenzen.

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen (ver.di), drei.75, Sylvia Bühler, Udo Milbret Sylvia Bühler ist Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und leitet den Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

Immer wieder gehen Tausende bei sogenannten Querdenker-Demonstrationen auf die Straße – gemeinsam mit Rechtsradikalen, die sich Zulauf für ihre menschenverachtende Ideologie erhoffen. Die Demonstrierenden halten keine Distanz. Auch nicht zu Neonazis. Dass Reichskriegsflaggen geschwenkt werden, stört sie nicht. Sie laufen dicht gedrängt ohne Masken, leugnen, dass es Covid-19 überhaupt gibt. Solche Bilder sind verstörend. Wir wissen, dass zeitgleich Pflegekräfte und Ärzt*innen auf Intensivstationen um das Leben von Menschen mit dieser neuartigen Krankheit ringen.

Als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter halten wir dagegen. Wir stehen für Demokratie und Solidarität. Und für eine konstruktive Diskussionskultur.

Dabei können und sollten die von den Bundes- und Landesregierungen ergriffenen Maßnahmen immer wieder hinterfragt werden. Was ist sinnvoll, was nicht? Was ist nötig, um soziale Härten abzufedern? Was brauchen Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas und Sozialeinrichtungen, um in der Pandemie bestehen zu können? ver.di nimmt die Sorgen der Menschen ernst und streitet für soziale Gerechtigkeit. Und dafür, dass die richtigen Schlussfolgerungen aus den Erfahrungen gezogen werden.

Dazu gehört, dass das Gesundheits- und Sozialwesen den Bedürfnissen der Menschen dienen muss, nicht den Profiten von Wenigen. Wenn zum Beispiel der kommerzielle Klinikkonzern Asklepios, wie im niedersächsischen Seesen, demokratische Rechte mit Füßen tritt und Krankenhausbeschäftigte mitten in der Pandemie auf die Straße setzen will, verletzt dieser Konzern die gesellschaftlichen Spielregeln. So ein Verhalten trägt zu Entfremdung und Verunsicherung bei.

Sich dagegen zu wehren und gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft einzutreten, ist unsere entschlossene Antwort. Auch deshalb brauchen wir ver.di als starke, vielfältige Gemeinschaft, die Solidarität erlebbar macht.

Sylvia Bühler ist Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und leitet den Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen.

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