drei.75

»Traurig und erschreckend«

Leserbrief

»Traurig und erschreckend«

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Zu drei.66, Seite 2: Leserbrief zu »Ende vor dem Abschluss«

Hallo, seit August bin ich Auszubildende, besuche eine wirklich tolle Pflegeschule mit sehr motivierten und guten Lehrern. Was mich allerdings im Orientierungseinsatz in der Praxis erwartet, hätte ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht ausmalen können. Ich habe schon einige Arbeitsstellen kennengelernt, wurde angelernt, habe selbst angelernt und körperlich schwere Tätigkeiten verrichtet. Nach nur einer Woche in der Pflege verstehe ich den Pflegenotstand. Ich frage mich, wer unter solchen Bedingungen arbeiten will und kann. Die schlechte Personalsituation macht sich in mangelhafter Unterstützung und Anleitung bemerkbar, die Schüler werden ins kalte Wasser geworfen und müssen alles tun, was eine Pflegehilfskraft auch tut. Zeit fehlt, die Patienten bleiben stellenweise auf der Strecke, nur das Nötigste kann getan werden. Hier geht es um Menschen auf beiden Seiten.

Nach einer Woche in der Praxis weiß ich schon, wo ich niemals arbeiten will und überlege selbst, ob ich die Ausbildung nicht abbreche, obwohl meine schulischen Leistungen bei 1,0 liegen. Mir ist bisher nur eines klar: Pflegefachkräfte bekommt man unter diesen »unmenschlichen« Arbeitsbedingungen nicht. Am Pflegenotstand wird sich trotz Reformen und gezielter Werbung nichts ändern. Es ist traurig und erschreckend.

Mit freundlichen Grüßen, Susanne

 

Zu drei.74, Seiten 4/5: Unser gutes Recht

Liebe Redaktion, danke für den schönen Mittelteil der letzten drei. Vor allem beim Thema Urlaub werden wir hier in Mannheim sicherlich noch mal aktiv werden. Viel dringender sind allerdings die Probleme rund um die Digitalisierung, die sich jetzt mit Corona besonders auftun. Ganz abgesehen von der Hardware scheitert es auch häufig an der Fähigkeit der Lehrkräfte und Dozenten. Wer glaubt, dass Digitalisierung bedeutet, per E-Mail Arbeitsaufträge zu verteilen, der irrt. Wer sich dann wundert, dass die Flut der anlaufenden E-Mails nicht mehr zu beantworten ist, hat mindestens einen dringenden Schulungsbedarf. Mein Eindruck ist, dass die Lehrkräfte vom Arbeitgeber gerne mal alleine gelassen werden. Die Überforderung baden am Ende die Schüler aus.

Marius Trunk, Uniklinik Mannheim, Mitglied der Jugendvertretung

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