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Servicebeschäftigte protestieren

Servicebeschäftigte protestieren

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen (ver.di), drei.74, Psychiatrie, Servicegesellschaft, ver.di Warnstreik am 22. Juli 2020: Servicebeschäftigte vom Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN) protestieren

Erstmals seit ihrer Ausgründung aus dem Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN) in Wiesloch vor 14 Jahren haben knapp 50 Servicebeschäftigte am 22. Juli 2020 an einem Warnstreik teilgenommen. Sie wollen endlich wieder nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) bezahlt werden, aktuell liegen die Monatslöhne durchschnittlich 350 bis 400 Euro darunter. »Es kann nicht sein, dass Küchenbeschäftigte, die indirekt für das Land Baden-Württemberg tätig sind, bei dieser harten Arbeit in Vollzeit noch einen Zweitjob machen müssen, um über die Runden zu kommen«, kritisierte der Koch Sven Hanke, der auch in der ver.di-Tarifkommission aktiv ist. Gleiches gelte für die Kolleg*innen in Wäscherei, Café, Kantine, SB-Shop und auf der Privatstation. Die mit den Forderungen konfrontierte PZN-Geschäftsführung äußerte Verständnis für die Anliegen der Servicekräfte. »Die Streikenden haben viel Anerkennung für ihre Arbeitsleistung in Form von Worten erhalten, aber keine festen Zusagen«, bilanzierte ver.di-Sekretärin Monika Neuner. Bis sich das ändert, wollen sie weiter Druck machen.                        

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Tarifergebnis bei der der Servicetochter des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden (PZN) in Wiesloch - Lohnerhöhungen von bis zu 14 Prozent für die Beschäftigten in Wäscherei und Küche

Pressemitteilung. Stuttgart, 10.12.2020. ver.di hat am 9.Dezember ein Tarifergebnis für die Beschäftigten der Servicegesellschaft Nordbaden mbH (SGN) in Wiesloch erreicht. Nach insgesamt drei Warnstreiktagen und vielfältigen Aktionen auch gegenüber der Landespolitik und dem PZN-Aufsichtsrat gelang gestern in den Verhandlungen der Durchbruch.

Die Beschäftigten werden bis zum 1. November 2021 insgesamt zwischen zehn und 14 Prozent mehr Lohn bekommen. Der Monatslohn wird bis dahin für alle um 260 Euro steigen und zwar in zwei Schritten, zum 1. Januar 2021 um 190 Euro monatlich und zum 1. November 2021 um weitere 70 Euro. Für das Jahr 2020 erhalten alle Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 1.200 Euro.

 „Erstmals seit 14 Jahren erreichen wir durch dieses kräftige Lohnplus, dass die Lohnschere zum Länder-Tarif kleiner wird. Das war den Beschäftigten sehr wichtig“, so Monika Neuner, bei ver.di verantwortlich für die Servicegesellschaft in Wiesloch. Für die Beschäftigten der „Mutter“, des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden, gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). „Ihr Ziel‚ gleicher Lohn für gleiche Arbeit werden die Wieslocher ver.di-Aktiven weiterverfolgen. Wiesloch soll nicht die einzige Landespsychiatrie bleiben, bei denen die Servicebeschäftigten keinen Ländertarif-Lohn erhalten. Auch die Landesregierung als Eigentümerin nehmen wir weiterhin in die Pflicht“, so Neuner weiter.

 „Für uns war es nicht selbstverständlich zu streiken, auf Landespolitiker und Aufsichtsratsmitglieder zuzugehen. Der Weg war steinig. Aber aus Angst wurde bei den Kolleginnen und Kollegen Mut und Selbstbewusstsein. Zusammen haben wir jetzt ein wirklich respektables Ergebnis erreicht“, so Irina Andrienko, Wäschereihilfe und ver.di-Verhandlungskommissionsmitglied.

Kay Clement, ver.di-Verhandlungskommissionsmitglied und Koch, ergänzt: „Unser Erfolg soll allen Mut machen, die wie wir im Servicebereich von Krankenhäusern arbeiten. Sie können genau wie wir die Mehrheit der Kolleg*innen für die Forderung nach fairer Bezahlung gewinnen – und erfolgreich sein wie wir.“

 „Für eine gute Versorgung der Patientinnen und Patienten braucht es alle Berufsgruppen, auch diejenigen in der Küche und der Wäscherei. Patientenversorgung ist Teamarbeit. Unsere politische Forderung, ein Krankenhaus – eine Belegschaft muss wieder Realität in diesem Land werden“, so Irene Gölz, ver.di-Landesfachbereichsleiterin für Gesundheit und Soziales.

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