drei.72

Rettungskräfte fordern Entlastung

DRK

Rettungskräfte fordern Entlastung

Ausufernde Arbeitszeiten, Einspringen außerhalb des Dienstplans, mehr Einsätze – die Belastungen im Rettungsdienst und in anderen Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nehmen zu. Deshalb setzt ver.di das Thema auf die tarifpolitische Agenda: Mitte März (nach Redaktionsschluss) sollen Verhandlungen über einen Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz für die rund 50.000 Beschäftigten beginnen, die unter den DRK-Reformtarifvertrag fallen.

»Belastend sind vor allem die Arbeitszeiten«, berichtet der Notfallsanitäter Mike Kairies vom DRK-Kreisverband Ahrweiler. »Ob nachts oder am Wochenende – der Rettungsdienst muss natürlich rund um die Uhr einsatzbereit sein.« Zwölf-Stunden-Schichten und eine Wochenarbeitszeit von 45 Stunden (inklusive Bereitschaftszeit) sind die Regel. Wegen des Personalmangels müssen die Retter*innen zudem regelmäßig kurzfristig einspringen. Hinzu kommt, dass sich die Arbeit in den vergangenen Jahren deutlich verdichtet hat. »Wir fahren heute viel mehr Einsätze als früher, das ist schon spürbar«, erklärt Kairies, der Mitglied der ver.di-Tarifkommission beim Deutschen Roten Kreuz ist. Vor diesem Hintergrund fordert ver.di einen Tarifvertrag, der verbindliche Maßnahmen zum Gesundheitsschutz beinhaltet.

Das könnten zum Beispiel zusätzliche freie Tage zum Belastungsausgleich sein. Auch der Einsatz technischer Hilfsmittel wie elektrischer Fahrtragen oder sogenannter Treppensteiger, die die körperliche Beanspruchung der Rettungskräfte reduzieren, könnte in einer solchen Vereinbarung festgeschrieben werden. Finanziert werden soll das Ganze über einen Gesundheitsfonds. Eine paritätisch besetzte Gesundheitskommission soll über konkrete Maßnahmen entscheiden.

Außerdem erwarten die Kolleginnen und Kollegen, dass über die Möglichkeit eines frühzeitigen Ruhestands gesprochen wird. »Bei Feuerwehrleuten ist zu Recht schon mit 60 Schluss. Das wäre auch im Rettungsdienst angemessen«, meint ver.di-Verhandlungsführer Frank Hutmacher. Dieses Thema könnte zunächst in einer Pilotvereinbarung für Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg geregelt werden. Zum Verhandlungsauftakt wollen die DRK-Beschäftigten mit einer Foto-Aktion auf die Belastungen hinweisen. Sollten sich die Arbeitgeber nicht bewegen, sind auch weitergehende Proteste nicht ausgeschlossen.

Daniel Behruzi

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Foto/Grafik: werkzwei Detmold

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