drei.69

ver.di bleibt dran

Ganz vorn

ver.di bleibt dran

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen (ver.di), drei.68, Michael Quetting, ver.di/ werkzwei Michael Quetting

An der Uniklinik in Jena lässt ein Klinikaufschrei aufhorchen. radikal SOZIAL. Es wird nicht mehr gebettelt, sondern lautstark gefordert und die Landesregierung in die Pflicht genommen. Sie soll handeln für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal. Die Kolleginnen und Kollegen wollen keine Arbeitsbedingungen mehr, »unter denen wir kaputtgehen«, heißt es in dem Aufschrei. Und sie machen gleichzeitig deutlich, dass sie handeln werden, wenn die Verantwortlichen nicht handeln.

Wir reden nicht nur über den Notstand. Wir stehen auf, nehmen uns Einrichtung für Einrichtung vor. So geht es ähnlich wie in Jena an der Unimedizin in Mainz zur Sache wie auch am Universitätsklinikum in Kiel und Lübeck. Auch dort schaffen die Beschäftigten sich gerade eine Struktur, um Entlastung zu erreichen, wie dies zum Beispiel in Augsburg und Homburg/Saar geschehen ist. Dort wird eine bestimmte Anzahl von Belastungstagen im folgenden Dienstplan in freie und bezahlte ver.di-Tage verwandelt.

Das ist nicht alles, was aktuell so läuft. Vom 17. bis zum 19. Juni gibt es in den kommunalen Krankenhäusern Aktionen, damit endlich die Pausenzeiten bei Wechselschicht bezahlt werden, so wie bei den letzten Tarifverhandlungen vereinbart.

Auch die Altenpflege rührt sich, es wird mehr gebraucht als warme Worte. Zum Tag der Pflegenden konnten wir lesen, dass die Fachkraftquote weiter gesunken ist. ver.di will einen Tarifvertrag, der Mindestbedingungen flächendeckend festschreibt. In den mittlerweile 14 Krankenhäusern mit Entlastungsvereinbarungen ringen wir um die korrekte Umsetzung. Immer wieder spielen die Chefs auf Zeit, manchmal fragt man sich, ob sie der deutschen Sprache mächtig sind oder ob sie uns nur verarschen wollen.

Am 29. Juni treffen sich Aktive aus Kliniken der ganzen Bundesrepublik in Kassel. ver.di bleibt dran, konsequent. radikal SOZIAL eben. Über die politischen Notwendigkeiten sind wir uns einig, das zeigte gerade die Bundesfachbereichskonferenz.

Wie gewinnt man durch kluge Koordination mehr Schlagkraft und was können wir voneinander lernen? Das will angepackt werden. Stück für Stück. So essen wir den Elefanten. Auch wenn das verdammt lange dauert und uns manchmal der Geduldsfaden reißt,

meint euer Michael Quetting

  • 1 / 3

Weiterlesen

Die gesamte Zeitung als PDF zum Download.

Alle Ausgaben als PDF: Das drei-Archiv.

Newsletter

Immer auf dem aktuellen Stand: Der Newsletter des Fachbereichs Gesundheit und Soziale Dienste.