drei.68

Ein jegliches hat seine Zeit

Ganz vorn

Ein jegliches hat seine Zeit

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen (ver.di), drei.68, Michael Quetting, Peter Klein Michael Quetting

Kennt ihr Zeitfenster? Die fruchtbaren Tage innerhalb des Zyklus’ einer Frau sind ein solches Zeitfenster, um schwanger zu werden. Das Zeitfenster bei Schlaganfall, man muss es erwischen, damit eine mögliche Lyse-Therapie Sinn macht. Oder Raumsonden. Die können aus energetischen Gründen nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu ihrer Mission gestartet werden. Auch bestimmte Arbeiten haben ein Zeitfenster, so darf man Hecken nur vom Oktober bis Ende Februar schneiden, sagt der Gesetzgeber.

Ob etwas funktioniert, ob es erfolgreich ist, hängt mit der Zeit zusammen. Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde, so lesen wir in der Bibel. Handelt man in der richtigen Zeit, so kann daraus eine Sternstunde werden, wie vom Schriftsteller Stefan Zweig 1927 in seinem Buch erzählt, dramatisch geballt und schicksalsträchtig, den weiteren Verlauf der Geschichte wandelnd beeinflussend. Wir kämpfen seit langer Zeit für den Erhalt der Daseinsvorsorge, für die Aufwertung der Sorgearbeit und für Entlastung. Auf einem Gebiet ist uns etwas gelungen, das gar nicht so leicht ist, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht: Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung ist mit uns.

Als im Saarland der Streik an der Uniklinik angekündigt wurde, erklärten in einer Zeitungsumfrage 96,6 Prozent ihre Unterstützung für den Streik und ver.di. Der Pflegenotstand ist zu einem zentralen Thema geworden. Und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) muss das Finanzierungssystem der Fallpauschalen hinterfragen und jede neue Pflegestelle finanzieren. In 13 Krankenhäusern in Deutschland haben Kolleg*innen Vereinbarungen zur Entlastung erkämpft. Sie haben nicht nur geredet, sondern gehandelt, obwohl einige meinten, das ginge ja gar nicht. Mit Hilfe der Gewerkschaft wurden Pflegekräfte zu handelnden Subjekten. Sie sind es, die Veränderung konkret werden lassen. Selbstverständlich geht der Kampf auch dort weiter, denn so einfach lassen sich die Klinikchefs nicht ins Handwerk pfuschen.

Jetzt ist die Zeit, etwas für die Pflege durchzusetzen. Wer jetzt nicht kämpft, verschläft die Zeit zum Aufstehn,

meint euer Michael Quetting

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