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Freiwillige vor Gericht

Türkei

Freiwillige vor Gericht

Beschäftigten in der Türkei droht Gefängnis, weil sie Bewohner/innen der Stadt Cizre gesundheitlich versorgen wollten, die von der türkischen Armee abgeriegelt worden war. 

2015 und 2016 riegelte die türkische Armee die kurdische Stadt Cizre im Südosten der Türkei im Kampf gegen »Terroristen« ab und verweigerte den Bewohner/innen jegliche Gesundheitsleistungen. Selbst eine Notversorgung wurde nicht zugelassen. Die türkische Medizinervereinigung TTB und die Gewerkschaft der Beschäftigten in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen, SES, riefen ihre Mitglieder daraufhin zur Solidarität auf. Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen versuchten, den Eingeschlossenen zu helfen, wurden jedoch nicht in die Stadt gelassen und stattdessen verhaftet. Jetzt stehen die Freiwilligen vor Gericht. 

»Diese Beschäftigten verteidigten das Recht auf Leben und das Recht auf Gesundheit, inklusive des Zugangs zu Gesundheitsleistungen«, heißt es in einer Mitteilung internationaler Gewerkschaftsföderationen. »Wir stehen hinter unseren Mitgliedern in Solidarität und Frieden. Wie wollen, dass sie in diesem ungerechten Prozess freigesprochen werden«, erklärte der Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsverbands für den öffentlichen Dienst (EGÖD), Jan Willen Goudriaan. Der Verantwortliche für das Gesundheitswesen in der Internationale der öffentlichen Dienste (PSI), Baba Aye, sagte: »Die weltweite Arbeiterbewegung steht hinter diesen mutigen Beschäftigten, denen Gefängnis droht, weil sie ihre Arbeit gemacht haben: bedürftigen Menschen zu helfen.«

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