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Werkstattkrimi

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Werkstattkrimi

Buchcover Psychiatrie-Verlag Köln Buchtipp: Werkstattkrimi

Zwei rätselhafte Todesfälle in der Werkstatt für behinderte Menschen. Eli Sudfeldt, der schon vor langer Zeit eine bipolare Störung attestiert wurde und die neuerdings in der Werkstatt arbeitet, bezweifelt, dass es sich um Selbstmorde handelt. Gemeinsam mit ihrem Ex-Freund, einem Journalisten, und »Odin«, den sie noch aus der Psychiatrie kennt, nimmt sie »Ermittlungen« auf. Der zweite Krimi von Cornelia Schmitz gibt Einblicke in den Werkstattalltag. Die Menschen mit ihren unterschiedlichen psychischen Störungen werden geradezu liebevoll porträtiert. Und auch Hauswirtschaftlerinnen, Gruppenleiter und Sozialarbeiterinnen kommen gut weg. 

Eine der Betreuten ist die ehemalige Altenpflegerin Gertrud, die »den Stress nicht mehr ausgehalten« hat. »In der Arbeitswelt da draußen käme sie nicht mehr zurecht – Mobbing, Zeitdruck, höchste Anforderungen, nein, sie sei froh, dass sie diesen Platz im Leben gefunden habe.« Schon das macht deutlich, dass die Autorin nicht zu denjenigen gehört, die Werkstätten im Zuge der Inklusion ganz abschaffen möchten. Sie dreht es vielmehr um: »Die Arbeitswelt sollte ein bisschen mehr wie eine Werkstatt sein. Was den Behinderten guttat, war bestimmt für alle gut: Pausen, weniger Stress, verständnisvolle Vorgesetzte, jemand zum Reden.«

Fazit: Der im Psychiatrie-Verlag erschienene Krimi ist eine kurzweilige Lektüre, die zugleich zum Nachdenken anregt. 

Cornelia Schmitz: Dir werd ich helfen, Köln, Balance-Verlag 2018, 160 Seiten, 15 Euro, ISBN: 978-3-86739-917-3

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