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Tariflöhne sind möglich

Soziale Arbeit

Tariflöhne sind möglich

Soziale Arbeit: Arbeitgeber müssen ihre Hausaufgaben machen und angemessen bezahlen.

Sie erziehen Kinder, unterstützen Menschen mit Behinderung, helfen Jugendlichen und Geflüchteten: Rund 30.000 Beschäftigte sind allein in Berlin bei freien Trägern der Sozialen Arbeit tätig. Doch nur etwa jede/r vierte von ihnen wird nach Tarifvertrag bezahlt. »Es kann nicht angehen, dass die Kolleginnen und Kollegen für diese gesellschaftlich wichtige Arbeit teilweise mit Niedriglöhnen abgespeist werden«, kritisiert die ver.di-Sekretärin Josephine Roscher. »Zumal Tariflöhne vom Berliner Senat grundsätzlich refinanziert werden.«

Festgelegt wird die konkrete Refinanzierung in Verhandlungen zwischen Einrichtungen und Kostenträgern. »Wenn sie sich dafür einsetzen, haben die Arbeitgeber durchaus die Möglichkeit, Tariflöhne erstattet zu bekommen«, betont Roscher. Ein positives Beispiel sei die Spastikerhilfe Berlin, deren Haustarifvertrag die Entgelterhöhungen des Tarifvertrags der Länder (TV-L) stets vollständig umsetzt, wenn auch mit leichter Verzögerung. Bei der Arbeiterwohlfahrt bekommen die 1.800 Beschäftigten ab Februar 2019 statt 86 künftig rund 95 Prozent des TV-L-Niveaus von 2018 – ein Erfolg, den ver.di mit vier Warnstreiks und der Drohung eines mehrwöchigen Streiks erreicht hat. »Diese Beispiele zeigen, dass tarifliche Bezahlung auch bei freien Trägern durchgesetzt werden kann – wenn sich die Kolleginnen und Kollegen dafür engagieren und die Arbeitgeber ihre Hausaufgaben machen.« 

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