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Retter fordern Respekt

Gewalt gegen Beschäftigte

Retter fordern Respekt

Menschen mit Transparent bei Demo Rainer Kunze Demo am 24. Februar in Frankfurt am Main: Feuerwehleute und Notfallsanitäter demonstrieren gegemeinsam gegen Gewalt

»Man muss uns nicht den roten Teppich ausrollen, wenn wir kommen«, so der Rettungssanitäter Manuel Bauer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Hanau. »Aber einen respektvollen Umgang – wie gegenüber jedem Menschen – erwarten wir schon.« Gemeinsam mit rund 250 Kolleginnen und Kollegen aus Rettungsdienst und Feuerwehr demonstrierte der 26-Jährige am 24. Februar in Frankfurt am Main gegen Übergriffe auf Rettungskräfte. Es gehe um Respekt und Anerkennung für die Arbeit der Retter, erläuterte Jürgen Bothner vom ver.di-Landesbezirk Hessen, der zu der Aktion unter dem Motto »Hände weg! Wir sind eure Rettung« aufgerufen hatte. »Es kann und darf nicht sein, dass die Kollegen Angst haben müssen, ihrer Arbeit nachzugehen.« 

Manuel Bauer wünscht sich, dass die Bevölkerung besser über die Arbeit der Sanitäter aufgeklärt wird. »Die Öffentlichkeit sollte wissen, dass wir gut ausgebildete Fachkräfte für die Notfallrettung sind, nicht bessere Taxifahrer.« 

Sein Kollege Norman Kalteyer vom DRK-Rettungsdienst im Kreis Groß-Gerau meinte, früher sei klar gewesen, dass diejenigen, die helfen wollen, nicht attackiert werden. Doch inzwischen sei die Hemmschwelle bei einigen deutlich gesunken. Der Sprecher der ver.di-Fachkommission Rettungsdienst in Hessen sieht auch Arbeitgeber und Regierung in der Pflicht, dem entgegenzuwirken. In Hessen habe die Landesregierung alle Beschäftigten im Rettungsdienst zu einem zweitägigen Deeskalationstraining verpflichtet – während der Arbeitszeit und finanziert vom Träger. Das findet Kalteyer gut. Ebenso die Erweiterung der Inhalte der neuen Notfallsanitäterausbildung. Diese beinhaltet nun auch Schulungen zur Deeskalation und Krisenintervention, um die Retter auf brenzlige Situationen vorzubereiten.

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