Sozial- und Erziehungsdienst

ver.di fordert ein Bundes-Kita-Gesetz

Sozial- und Erziehungsdienst

ver.di fordert ein Bundes-Kita-Gesetz

Der Bund muss stärker in die Verantwortung – für mehr Qualität und bessere Arbeitsbedingungen

Überall in Deutschland sorgen die Beschäftigten in den Kindertagesstätten und Krippen mit hohem Engagement für eine qualitative Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder. Und das trotz schwieriger Bedingungen und hoher Belastung. An den Rahmenbedingungen muss sich dringend was ändern. In der letzten Legislaturperiode hat die Bundesregierung versprochen, endlich mehr Verantwortung zu übernehmen und die Arbeit in den Kindertagesstätten zu unterstützten. Ein Bundesqualitätsentwicklungsgesetz wurde durch die Jugendkultusministerkonferenz und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angekündigt.

Wir wollen Taten sehen. Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung und mehr Personal!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ihr sorgt in Kindertagesstätten und Krippen mit hohem Engagement für eine qualitative Bildung, Erziehung und Betreuung der Mädchen und Jungen. Und das trotz schwieriger Bedingungen und hoher Belastung.  An den Rahmenbedingungen muss sich dringend was ändern und zwar schnell.   In der letzten Legislaturperiode hat die Bundesregierung versprochen, endlich mehr Verantwortung zu übernehmen und die Arbeit in den Kindertagesstätten zu unterstützten. Ein Bundesqualitätsentwicklungsgesetz mit einem ansteigenden Finanzvolumen (2018: 1 Mrd. € bis 2022: 5 Mrd.€) wurde durch die Jugendkultusministerkonferenz und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angekündigt. Die neue Familienministerin Giffey hat in ihrer Antrittsrede im Bundestag ihre Vorhaben für die begonnene Legislaturperiode vorgestellt:

Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, kündigt sie nun Bundesmittel in Höhe von 3,5 Mrd.€ für die frühkindliche Bildung an. Die Verteilung des Geldes soll im „Gesetz für mehr Qualität in Kitas“ geregelt werden. Dabei betont Giffey die Gleichrangigkeit der Qualitätsentwicklung der Kitas und die Entlastung der Eltern bei der Beitragszahlung. 

Die Bundesministerin benennt des Weiteren folgende Maßnahmen:

  • Ausbau der Ganztagsschulangebote
  • Erhöhung des Kindergeldes
  • Veränderungen beim Kinderzuschlag
  • Ausbau des Bildungs- und Teilhabepakets
  • Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch, sowie die
  • Festschreibung von Kinderrechten im Grundgesetz

Aufwertung der sorgenden Berufe

Bundesministerin Giffey stellt klar: „Wir brauchen aber auch mehr Menschen in den sorgenden Berufen.“ Sie verspricht, den Beruf der Erzieher/in attraktiver zu gestalten. Auf ihrer Agenda stehen:

  • bessere Aus – und Fortbildung
  • Abschaffung des Schulgelds
  • bessere Arbeitsbedingungen und
  • bessere Bezahlung.

Wir wollen Taten sehen

Es muss schnell konkret werden, wie Qualitätsentwicklung, Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Kitas, Entlastung der Eltern und die Aufwertung der Sozial – und Erziehungsberufe konkret umgesetzt werden sollen.

Frühe Bildung kostet Geld. Das muss zügig bereitgestellt werden. Ein Bundes-Kitagesetz schafft einen verlässlichen Rahmen für die Beschäftigten in den Kitas. Die Förderung von Kindern muss überall im Land gleich gut sein und darf nicht von Bundesland oder Region abhängen. Der Bund muss endlich mehr Verantwortung übernehmen.

Wir fordern ein Bundes-Kitagesetz!

In einem Bundes-Kitagesetz müssen geregelt werden:

  • Eine verbindliche und angemessene Fachkraft-Kind-Relation (Berücksichtigung von Urlaub, Krankheit, Fortbildung)
  • Ausreichende verlässliche Zeiten für Vor –und Nachbereitung, Elterngespräche, Dienstbesprechungen und kollegialer Beratung
  • ein Zeitsockel für Leitungstätigkeit, Freistellung der Leiter/innen und ihre Entlastung von Verwaltungstätigkeit
  • verbindliche Vereinbarungen zur Fort- und Weiterbildung
  • verlässliche Fachberatung

Um das zu realisieren braucht es mehr Personal in allen Ebenen des Systems. Damit sich junge Menschen für die Arbeit in Kitas entscheiden, sind deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und eine bundesweite Ausbildungskampagne notwendig.

Sowohl in den Fachschulen/ Fachakademien als auch in den Studiengängen der Sozialen Arbeit/Kindheitspädagogik und dem Lehramt an berufsbildenden Schulen sind die Kapazitäten deutlich zu erhöhen. Die Ausbildungs- und Studienbedingungen sind der Lebenswirklichkeit der zukünftigen Fachkräfte anzupassen.

Einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Ausbildung leistet eine Ausbildungsvergütung für die praxisintegrierte Ausbildung, mit der man sein Leben bestreiten kann. Ganz aktuell konnte ver.di z.B. für den Geltungsbereich des TVöD erstmalig für Schülerinnen und Schüler in praxisintegrierten Ausbildungsgängen nach jeweiliger landesrechtlicher Regelung eine tarifliche Ausbildungsvergütung durchsetzen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir geben keine Ruhe, bis das Bundes-Kitagesetz da ist und die Ausbildungskampagne auf den Weg gebracht wurde! Sei dabei und mach mit! ver.di ist die starke Gemeinschaft im Sozial- und Erziehungsdienst

Gemeinsam gestalten wir die Zukunft der Arbeit in den Kitas

www.mitgliedwerden.verdi.de

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