Sozial- und Erziehungsdienst

Frühkindliche Bildung verbessern

Sozial- und Erziehungsdienst

Frühkindliche Bildung verbessern

ver.di-Forderung nach bundeseinheitlichen Kita-Standards durch Bertelsmann-Stiftung bestätigt

Die eklatanten regionalen Unterschiede in der Qualität der Kindertagesbetreuung werden durch den aktuellen „Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann-Stiftung konkretisiert. Die Daten untermauern die ver.di-Forderung nach bundesweit einheitlichen Standards für die Fachkraft-Kind-Relation und die Kita-Leitungskapazitäten. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf Gute-Kita-Gesetz (KiQuEG) der Bundesfamilienministerin Giffey werden keine gleichen Lebensverhältnisse geschaffen. Nachhaltige, strukturelle Qualitätsverbesserungen können nicht auf den Weg gebracht werden. Das Gesetz muss dringend nachgebessert werden.

ver.di fordert bundesweit einheitliche Standards – für mehr Qualität und Entlastung!

Immer noch sind die Kita-Qualität, die Bildungschancen der Kinder und damit auch die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten ortsabhängig. Das muss sich ändern.

Im Ländermonitor wird festgestellt, dass sich gemessen am Personalschlüssel die Qualität und die Betreuungsschlüssel in den Kitas im bundesweiten Durchschnitt verbessert haben. Die Ost-West-Unterschiede bestehen aber in allen Altersgruppen weiter. In Ostdeutschland werden traditionell viel mehr Kinder in einer Krippe betreut. Das darf keine faule Ausrede für einen schlechten Betreuungsschlüssel sein. Im Osten Deutschlands ist eine Fachkraft rechnerisch für sechs unter Dreijährige und eine Erzieherin für 11,9 Kinder zuständig. Im Westen sind es bei den Kleinsten 3,6, bei den Größeren 8,4. Bei den über Dreijährigen verbesserte sich der Betreuungsschlüssel zwar im Bundesschnitt von einer Fachkraft für 9,8 Kinder auf 9,1 im Zeitraum zwischen 2012 und 2014. Seit 2015 gibt es aber kaum noch Verbesserungen beim Personalschlüssel, stellt die Bertelsmann-Stiftung fest.

Finanzierungslücke schließen!

Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich den finanziellen und personellen Bedarf für die Qualitätssteigerung in den Kindertageseinrichtungen. Jährlich fehlen mindestens 8,7 Milliarden Euro zur dauerhaften Finanzierung der qualitativen Bildung, Erziehung und Betreuung der Mädchen und Jungen. Zurecht erwarten Eltern und Erzieher/innen bundesweit gleiche qualitativ hochwertige Standards, die ausreichend finanziert werden. Die im vorliegenden Gesetzentwurf geplanten rund zwei Milliarden Euro jährlich reichen nicht. Damit kann weder die Qualität verbessert, noch die die Arbeitsbelastung für die Beschäftigten reduziert werden.  Auch die Laufzeit der im Gesetz geplanten Finanzierung bis 2022 wird dazu führen, dass die Mittel in kurzfristige Maßnahmen investiert werden. Statt kurzfristiger Maßnahmen braucht es nachhaltige Verbesserung. Nur dann wird das Gesetz dem Anspruch an ein „Gute-Kita-Gesetz“ gerecht.

Nachbesserungen erforderlich!
Kita-Gewerkschaft ver.di hilft gerne weiter

Der dringend notwendige qualitative und quantitative Ausbau gelingt nur mit qualifiziertem Personal. Bund und Länder müssen daher dem Fachkräftemangel entschieden entgegenwirken. Es muss dauerhaft in die Ausbildung von Erzieher/innen und Fachschullehrer/innen investiert werden. Der Flickenteppich muss weg. Wir brauchen bundeseinheitliche Rahmenbedingungen in den Kindertageseinrichtungen und den Fachschulen für Erzieher/innen. Das Gute-Kita-Gesetz muss dringend nachgebessert werden, um bundesweit gleichwertige Lebens- und Arbeitsverhältnisse herzustellen. Nachhaltige strukturelle Qualitätsverbesserungen brauchen eine dauerhafte Finanzierung.

ver.di fordert eine zügige Überarbeitung des Referentenentwurfes (KiQuEG). Noch in dieser Legislaturperiode muss mit der Ausbildung der dringend benötigten Fachkräfte und mit der nachhaltigen, dauerhaften und verbindlichen Weiterentwicklung der Qualität in der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern begonnen werden. Leitungskräfte müssen von der unmittelbaren Arbeit am Kind entlastet werden. Eine ausreichende Finanzierung muss endlich auf den Weg gebracht werden. ver.di gibt keine Ruhe, bis ein Gute-Kita-Gesetz da ist, das diesen Namen verdient. Beschäftigte mit ihrer Gewerkschaft ver.di machen sich gemeinsam mit den Eltern für ein gutes Bundes-Kita-Gesetz stark.

  • 1 / 3

Weiterlesen

Kontakt