Sozial- und Erziehungsdienst

Schmalspurausbildung vom Tisch?

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Schmalspurausbildung vom Tisch?

Pressemitteilung, Berlin, 17.06.2020. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt, dass die Kultusministerkonferenz (KMK) Abstand von ihren Plänen nimmt, neben der Ausbildung zur Erzieherin eine Ausbildung zum „Staatlich geprüften Fachassistenten für frühe Bildung und Erziehung“ einzuführen. Zu einem Abrücken von den ursprünglichen Plänen hat ver.di Signale aus den Ministerien erhalten. Dieses soll in der KMK-Sitzung am Donnerstag und Freitag (18. und 19. Juni) erklärt werden.

Hintergrund ist, dass die KMK zuvor eine verkürzte Ausbildung plante, mit dem Ziel, schnell Arbeitskräfte für die Kitas zur Verfügung zu haben. Eine solche verkürzte Ausbildung würde nach Ansicht von ver.di den hohen fachlichen Ansprüchen an die Kita als Bildungsort, nicht gerecht werden. Gerade in der aktuellen Situation werde klar, welche Bedeutung die Professionalität der Fachkräfte habe, betont die stellvertretende ver.di- Vorsitzende Christine Behle. Daher habe ver.di gemeinsam mit der Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege (BEVki) eine großangelegte Postkartenaktion durchgeführt und auf das Unverständnis gegenüber den KMK-Planungen hingewiesen.

„Kinder und Eltern brauchen in den Kitas gut ausgebildete Fachkräfte, damit eine gute Betreuung und Bildung gewährleistet werden kann“, erklärt Behle. “Eine Schmalspurausbildung können wir nicht akzeptieren. Zudem schränken verkürzte Ausbildungen die Karrierechancen der Beschäftigten erheblich ein. Dadurch sinkt die Attraktivität der Ausbildung und des Arbeitsfeldes weiter.“

An der ver.di-Postkartenaktion beteiligten sich Eltern und Fachkräfte in allen Bundesländern. Sie unterschrieben die Karten und sandten sie an ihre zuständigen Kultusministerien, deren Minister und Ministerinnen alle in der KMK vertreten sind. „Die Signale aus den Ministerien lassen hoffen, dass der Protest gewirkt hat und die avisierte Ausbildung vom Tisch ist“, so die ver.di-Vize. „Die Kultusministerkonferenz ist gut beraten, die Ausbildung so weiterzuentwickeln, dass bei gleichbleibendem Niveau eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird und diese nicht länger von den Auszubildenden selbst getragen werden muss.“ Zudem müsse dem praktischen Anteil an der Ausbildung ein höherer Stellenwert zugemessen werden. Für die Weiterentwicklung der Ausbildung biete ver.di ihre Unterstützung an.

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