Rettungsdienst

Mehr Geld beim Roten Kreuz in Bayern

Mehr Geld beim Roten Kreuz in Bayern

Eine starke Gehaltserhöhung von 6,5 Prozent.

Am Ende eines sehr intensiven und kontroversen Verhandlungstages, am 14. Februar 2019, konnten wir mit dem BRK einen Kompromiss für umfangreichere Tarifregelungen erzielen.

Verhandlungsergebnisse:

  1. Die Tabellenentgelte aller Tariftabellen (außer unten Ziffer 3. werden mit Wirkung ab dem 1. April 2019 um 3,25 Prozent erhöht.
  2. Die Tabellenentgelte aller Tariftabellen (außer unten Ziffer 3. werden mit Wirkung ab dem 1. Januar 2020 um weitere 3,25 Prozent erhöht.
  3. Das Tabellenentgelt der Entgeltgruppe 1 Stufe 1 (rotkreuzspezifische Tätigkeit) wird rückwirkend mit Wirkung ab dem 1. Januar 2019 auf 9,35 Euro und ab dem 1. Januar 2020 auf 9,51 Euro erhöht.
  4. Die Ausbildungsvergütungen werden ab dem 1. April 2019 um jeweils 50,00 Euro und ab dem 1. September 2020 um weitere 50,00 Euro erhöht.
  5. Die Entgelte für Praktikanten werden ab dem 1. April 2019 um 3,25 Prozent und ab 1. Januar 2020 um 3,25 Prozent erhöht.
  6. Die Laufzeiten gehen vom 1. Januar 2019 bis einschließlich 31. Dezember 2020.
  7. Ab dem 1. Januar 2020 haben alle Beschäftigte einen Anspruch auf mindestens 29 Tage Erholungsurlaub, durch Streichung folgender Tarifregelung im Manteltarifvertrag: „bis zum zehnten vollendeten Jahr der Betriebszugehörigkeit 28 Arbeitstage“ (§ 18 Abs. 3 erster Spiegelstrich).
  8. Folgende Tarifregelung im Entgeltrahmentarifvertrag wird ersatzlos gestrichen: „Teilzeitbeschäftigte erhalten den Überstundenzuschlag nur, wenn und soweit mit den Überstunden die Regelarbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten im Ausgleichszeitraum überschritten ist.“ (§ 12 Abs. 2 Buchst. b) S. 2 ERTV). Damit hört endlich die Ungleichbehandlung bei der Bezahlung von Überstundenzuschlägen bei Teilzeitbeschäftigten auf.

Unsere Verhandlungskommission empfiehlt einstimmig unserer Tarifkommission das Verhandlungsergebnis anzunehmen. Das vorläufige Tarifergebnis wird in unseren Gremien behandelt - am 11. März 2019 tagt unsere Tarifkommission.

Finanzielle Aufwertung für Pflegehelfer*innen weiter auf unserer Agenda.

Wir hatten am 14. Februar weiterhin gefordert, dass die Pflegehelfer*innen zusätzlich zur regulären Gehaltssteigerung noch einen tariflichen Zuschlag erhalten. Darauf wollten sich die Arbeitgeber keinesfalls einlassen. Die Arbeitgeber meinen keinen Protest aus den Reihen des Niedriglohnes befürchten zu müssen.

Wir aber haben klargestellt, dass die Angleichung der Tarifgehälter im Helfer*innenbereich, insbesondere der Pflegehilfe, für uns auf der Tagesordnung bleibt. Einkommensdifferenzen von 400 Euro/Monat gegenüber dem TVöD sind nicht nur für einen "Wohlfahrts"verband inakzeptabel. Die Kolleg*innen sind aufgefordert, sich gewerkschaftlich zu organisieren! Beweisen wir, dass sich die Pflegehilfe nicht dauerhaft bescheiden muss. Im letzten Jahr konnten wir außerhalb des Verhandlungsturnus zusätzliche Einkommenssteigerungen im Helferbereich durchsetzen. Ohne gewerkschaftliches Engagement in den Einrichtungen wird dies nicht zu wiederholen sein.

Gehaltssteigerungen

Alleine die Gehaltssteigerung von insgesamt 6,5 Prozent ist beachtlich. An verschiedenen Berufsgruppen zeigen wir beispielhaft wie sich prozentuale Steigerungen in Euro und Cent auswirken.

  • Pflegefachkraft (Entgeltgruppe P7 in Stufe 3) bekommt aktuell 2.805,55 Euro und ab dem 1. Januar 2020 2.990,87 Euro. Das bedeutet eine Erhöhung von 185,32 Euro/Monat.
  • Erzieher*in (Entgeltgruppe S8a in Stufe 3) bekommt aktuell 3.028,90 Euro und ab dem 1. Januar 2020 3.228,98 Euro. Das bedeutet eine Erhöhung von 200,08 Euro/Monat.
  • Notfallsanitäter*in (Entgeltgruppe R8 in Stufe 3) bekommt aktuell 2.947,13 Euro und ab dem 1. Januar 2020 3.141,81 Euro Das bedeutet eine Erhöhung von 194,68 Euro/Monat.
  • Verwaltungsangestellte*r (Entgelgruppe 6 in Stufe 3) bekommt aktuell 2.715,46 Euro und ab dem 1. Januar 2020 2.894,83 Euro. Das bedeutet eine Erhöhung von 179,37 Euro/Monat.

Ausblick

Weitere Themen, die wir noch in diesem Jahr mit dem BRK verhandeln werden:

  • Tarifliche Wahlmöglichkeit von Geld oder Zeit für die Vergütung der Kurzpausen in der Notfallrettung
  • Tarifregelungen zum alternsgerechten Arbeiten
  • Tarifvertrag zur mobilen Arbeit

Mach Dich und Deine Gewerkschaft stark!

Mit den Themen „Kurzzeitpausen“ und „Verbesserung der Arbeitsbedingungen“ ist noch reichlich Konfliktstoff gegeben. Demgegenüber dürften Entgeltverhandlungen noch einfach erscheinen.

Gewerkschaftliche Arbeit lebt vom lebendigen Engagement der Vielen. Um im Interesse der Beschäftigten erfolgreich sein zu können, müssen wir in zahlreichen Kreisverbänden und Einrichtungen deutlich stärker werden.

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