Reha-Einrichtungen

Reha-Beschäftigte demonstrieren

Reha-Beschäftigte demonstrieren

Reha-Beschäftigte fordern mehr Personal und bessere Entlohnung. Der Bundesgesundheitsminister muss sich stärker für die Reha einsetzen.

Reha-Beschäftigte machen bei der Demonstration zur Gesundheitsministerkonferenz ihre Forderungen mit einem Großbanner deutlich. ver.di Reha-Beschäftigte im Einsatz für gute Arbeit und gute Löhne in allen Reha-Einrichtungen

Jährlich kommen die Gesundheitsminister*innen von Ländern und Bund zur Gesundheitsministerkonferenz zusammen – dieses Jahr trafen sie sich am 5. Juni 2019 in Leipzig. Und wie auch die Jahre zuvor demonstrierten Beschäftigte aus dem Gesundheitsbereich für mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne, denn die von der Politik versprochene Entlastung kommt in ihren Einrichtungen nicht an.

2018 hatte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits zugesichert: »Wir haben verstanden«. Die dramatische Personalnot in Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollte angegangen werden. Tatsächlich stecken etwa im Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) wichtige Erfolge, die die Beschäftigten durch zahlreiche betriebliche Aktionen und öffentliche Proteste durchgesetzt haben, unterstützt von ihrer Gewerkschaft ver.di. Hiervon profitieren allerdings nicht die Beschäftigten in den Reha-Einrichtungen. So gilt das PpSG nur für den Akut-Bereich. Und das bekommen die Beschäftigten in der Reha täglich zu spüren: »Die Reha blutet aus. Vielen Einrichtungen läuft das Personal weg. Und für jene die bleiben, nimmt die Belastung weiter zu,« berichtet Petra Bierlein. Die Therapeutin, die bei einer Tochterfirma der Sozialstiftung Bamberg arbeitet, war zur Demonstration unter dem Motto »Mehr von uns ist besser für alle« an diesem Tag aus Bamberg angereist. Auf der Bühne diagnostizierte dann auch »Dr. ver.di« der Reha in einem Sketch Schwindsucht: Nicht nur das Personal verschwinde, sondern auch das Geld. Anstatt mit den Versicherungsbeiträgen, welche die Reha-Leistungen überwiegend finanzieren, gute Arbeitsbedingungen und eine qualifizierte Versorgung zu schaffen, maximieren große Einrichtungen ihre Gewinne. Ein Beispiel hierfür ist Median, die dem niederländischen Hedge-Fonds »Waterland« gehören. Was dagegen hilft? »Dr. ver.di« stellte ein Rezept aus: Eine Finanzierung, die zweckgebunden ist, muss her. So dass Tariflöhne refinanziert werden und das Geld in die Qualität der Reha-Leistungen fließt. Es braucht mehr Personal. Die Arbeitsbedingungen und auch die Ausbildungsbedingungen – insbesondere für Therapeutinnen und Therapeuten – müssen attraktiver werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bekommt Rezepte für ein gutes Gesundheitswesen übergeben. ver.di Beschäftigte überreichen dem Bundesgesundheitsminister ihre Rezepte für ein gutes Gesundheitswesen

Nicht nur aus der Reha, sondern Beschäftigte aus allen Versorgungsbereichen überreichten Jens Spahn ihre Rezepte für ein gutes Gesundheitswesen. »Ich hoffe sehr, dass sich die Politik in Zukunft stärker für die Reha einsetzt und diese nicht nur als Randthema betrachtet« fordert Karin Hein, Betriebsrätin in den Sana-Kliniken Sommerfeld in Brandenburg. »Noch haben wir zu wenig Tarifverträge in der Reha. Ich bin aber optimistisch, dass sich das ändert. Gemeinsam konnten wir bei Sana gerade ein gutes Tarifergebnis für alle Kliniken erreichen. Endlich gilt auch für die Reha wieder die einheitliche Entgelttabelle im Konzern.« Von der Politik wünscht sie sich insbesondere, dass diese endlich die Voraussetzungen für eine gute Bezahlung schafft, indem Tariflöhne refinanziert werden, wie es für Pflegekräfte in Akut-Krankenhäusern bereits der Fall ist.

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