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Streik im Labor

Laborzentrum Bremen

Streik im Labor

Beschäftigte des Laborzentrums Bremen wehren sich gegen ungleiche Bezahlung und fordern einen Tarifvertrag. Mit »Armenspeisung« und Arbeitskampf gegen Arbeitgeberblockade.

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen (ver.di), Krankenhäuser, MTA, MFA, Labor, ver.di Die Beschäftigten des Laborzentrums in Bremen haben erstmalig gestreikt.

Die Beschäftigten des Laborzentrums Bremen haben am vergangenen Donnerstag (4. April 2019) erstmals ihre Arbeit niedergelegt und mit einer »Armenspeisung« vor dem städtischen Klinikum gegen die Verweigerungshaltung des Arbeitgebers protestiert. Seit Monaten fordern sie von der Geschäftsleitung, Tarifverhandlungen mit ver.di aufzunehmen.

Das Laborzentrum mit Standorten in Bremen und Bremerhaven gehört zum bundesweit tätigen Laborverbund »Dr. Kramer & Kollegen (LADR)«. Das Unternehmen versorgt mehr als 370 Kliniken mit Dienstleistungen von Blutproben bis zu chemischen Spezialanalysen. Eine Tarifbindung gibt es im Verbund nicht. Das hat zur Folge, dass die rund 150 Beschäftigten am Standort in Bremen, meist Medizinisch-Technische-Assistent*innen (MTA) und Medizinische Fachangestellte (MFA), zu höchst unterschiedlichen Bedingungen arbeiten.

Denn einige Medizinisch-Technische Assistent*innen sind überlassene Beschäftigte des kommunalen Klinikverbunds Gesundheit Nord (Geno). Sie verdienen bis zu 800 Euro mehr im Monat als ihre direkt im Laborzentrum angestellten Kolleg*innen, weil für sie weiterhin der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gilt. Nicht nur bei der Bezahlung, auch beim Urlaubsanspruch gibt es gravierende Unterschiede. »Wir fordern gleiches Geld für gleiche Arbeit«, so die zuständige Gewerkschaftssekretärin Kerstin Bringmann. »Unsere Devise ist: Wertschätzung statt Wertschöpfung!«

Christiane Pleuß, Biologisch-Technische Assistentin, hat mitgestreikt. »Es war ein Gefühl von Gemeinschaft, man konnte spüren, dass wir ein gemeinsames Ziel haben« berichtet sie. Sie arbeitet, mit den Aufgaben einer MTA betraut, seit über eineinhalb Jahren im Laborzentrum, und das mit befristetem Vertrag. Schon mehrfach hat sie die Geschäftsführung auf den auslaufenden Vertrag hingewiesen.

»Wir wollen genauso entlohnt werden wie die Kolleginnen und Kollegen, die bei der Geno beschäftigt sind. Das heißt, die Gehälter müssen stark angehoben werden, alle sollen Weihnachtsgeld erhalten und die Arbeitszeiten müssen angepasst werden.«

Bereits im Februar und im März haben die Beschäftigten mit »aktiven Mittagspausen« ihren Unmut deutlich gemacht. Fast die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen beteiligte sich daran. Die Geschäftsführung verweist ihrerseits auf Gespräche mit dem Betriebsrat – obwohl dieser überhaupt nicht berechtigt ist, Tarifverhandlungen zu führen. Auch auf einen offenen Brief der Beschäftigten gab es bisher nur eine verhaltene Reaktion des Arbeitgebers.

Laut Bundesanzeiger machte die LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Bremen zwischen 2015 und 2017 jeweils rund zwei Millionen Euro Gewinn. ver.di hat ausgerechnet: »Selbst bei einer Gehaltserhöhung von 800 Euro hätte der jeweilige Jahresgewinn in 2015-2017 noch mehr als 1 Million Euro betragen«.

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