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Fresenius: Steuertricks und Union Busting

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Fresenius: Steuertricks und Union Busting

Anlässlich der heutigen (28. August 2020) Hauptversammlung von Fresenius kritisiert die Fresenius Global Union Alliance, ein internationaler Zusammenschluss von Gewerkschaften, zu dem auch ver.di gehört, die globale Unternehmenspolitik des deutschen Medizintechnik- und Gesundheitskonzerns.

Jahreshauptversammlung: Was Fresenius seinen Aktionären verschweigen wird

Pressemitteilung, 28.08.2020. Die Jahreshauptversammlungen von Fresenius und Fresenius Medical Care finden wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr digital statt. Wie üblich wird sich der weltweit tätige Medizintechnik- und Gesundheitskonzern ins beste Licht rücken. Dabei steht das Unternehmen massiv in der Kritik wegen Korruption und Steuertricksereien. Internationale Gewerkschaften werfen dem Konzern zudem schlechte Arbeitsbedingungen in diversen Ländern und die aktive Bekämpfung von Arbeitnehmervertretungen vor.

50 Gewerkschaften aus der ganzen Welt haben sich deshalb in der „Fresenius Global Union Alliance“ zusammengeschlossen, auch die deutsche Gewerkschaft ver.di gehört dem Bündnis an. ver.di-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler erwartet, dass Fresenius weltweit die Rechte von Arbeitnehmer*innen achtet. „Längst nicht alles was legal ist, ist auch legitim. Wenn ein Gesundheitskonzern auf Kosten von Kranken, Kunden, Beschäftigten und zulasten der öffentlichen Hand seine Profite steigert, dann ist das nicht zu akzeptieren. Nirgendwo auf der Welt.“, so Bühler.

Fresenius ist in fast allen bekannten Steueroasen der Welt vertreten, unter anderem auf den Kaimaninseln und den britischen Jungferninseln, in Hongkong, Delaware, Singapur und Panama. Das Unternehmen nutzt dieses Netz an Steuerparadiesen, um Gewinne dorthin zu verschieben und höhere Unternehmenssteuern in Deutschland und anderen Ländern, in denen es geschäftlich tätig ist, zu umgehen.

Auch vor Bestechung schreckt Fresenius nicht zurück: In den USA hat sich das Unternehmen 2019 bereit erklärt, 231 Millionen Dollar Strafe zu zahlen, weil Untersuchungen zahlreiche Bestechungen in 15 Ländern wie Angola oder Saudi-Arabien nachwiesen und der Konzern in anderen Ländern die Bücher nicht sauber geführt hat. In Chile klagten die Klinik-Beschäftigten einer Fresenius-Tochter über den mangelnden Schutz gegen das Corona-Virus, in den USA arbeiten die dortigen Niederlassungen mit Firmen zusammen, die sich auf die Bekämpfung von Gewerkschaften („Union Busting“) spezialisiert haben.

Die Fresenius Global Union Alliance informiert in Deutschland mit der Initiative „FreseniusWatch“ über die Machenschaften des deutschen Medizinkonzerns. Eines der Ziele: Ein internationales Rahmenabkommen zur Einhaltung von Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechten.

Informationen zu den Arbeitsbedingungen in den USA finden Sie hier (u. a. in Englisch):

https://gesundheit-soziales.verdi.de/mein-arbeitsplatz/krankenhaus/++co++a881363a-8c18-11e7-857e-525400f67940

Informationen zu den Steuertricks von Fresenius finden Sie hier (u. a. in Englisch):

https://www.netzwerk-steuergerechtigkeit.de/pressemitteilung-fresenius-und-steuervermeidung-21-1-2020/

https://publicservices.international/resources/publications/fresenius-failing-to-care-full-report?id=10578&lang=en

Einen Bericht zu den unzureichenden Corona-Schutzmaßnahmen in einer chilenischen Fresenius-Tochter finden Sie hier (in englisch).

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