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Solidarität auf Gegenseitigkeit

Wäscherei

Solidarität auf Gegenseitigkeit

Während der Bewegung für Entlastung am Uniklinikum Jena haben sich Beschäftigte der Wäscherei Elis solidarisch gezeigt. Jetzt unterstützen Pflegekräfte diese im Tarifkampf.

Klinikbeschäftigte aus Jena zeigen sich solidarisch mit ihren Kolleg*innen der Wäscherei Elis. ver.di Klinikbeschäftigte aus Jena zeigen sich solidarisch mit ihren Kolleg*innen der Wäscherei Elis.

»Als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter halten wir zusammen«, betont die Fachkrankenschwester für Nephrologie am Uniklinikum Jena, Ellen Ost. Als die Beschäftigten des Thüringer Großkrankenhauses im Herbst vergangenen Jahres für mehr Personal und Entlastung auf die Straße gingen, waren auch Kolleg*innen der Wäscherei Elis aus dem gut 30 Kilometer entfernten Neustadt an der Orla dabei. Dort wird die Wäsche der Uniklinik gewaschen. Seit einigen Wochen streiten die Elis-Beschäftigten für einen Tarifvertrag. »Für uns ist klar, dass wir jetzt ebenfalls an der Seite der Streikenden stehen«, sagt Ellen Ost.

Der Tarifkonflikt in der Wäscherei, deren größter Kunde die Universitätsklinik ist, wird von Seiten des Arbeitgebers mit harten Bandagen geführt. Als die zuständige Gewerkschaft IG Metall einen Warnstreik ankündigte, versuchte das Management, insbesondere Beschäftigte mit Migrationshintergrund einzuschüchtern. Ihnen sei mit Kündigung und Abschiebung gedroht worden, berichtet die IG-Metall-Sekretärin Franciska Wolf. Eine aktive Gewerkschafterin sei bereits von der Arbeit freigestellt und mit einem Hausverbot belegt worden. Zudem habe das Unternehmen Aufträge an andere Standorte verlagert.

Beschäftigte der Wäscherei Elis im Warnstreik ver.di Beschäftigte der Wäscherei Elis im Warnstreik

Nicht nur die IG Metall, auch ver.di verurteilt dieses Vorgehen scharf. »Es ist ein Unding, wie mit den Beschäftigten umgegangen wird«, kritisiert ver.di-Sekretär Philipp Motzke. Bezahlung und Arbeitsbedingungen bei Elis müssten sich dringend verbessern – auch, um eine hochwertige Qualität zu ermöglichen. »Nur so werden Übertragungen von Krankenhauskeimen verhindert. Das gibt es nicht zum Nulltarif.«

Seitdem die Wäscherei 2012 aus der Tarifbindung ausgestiegen ist, haben die Beschäftigten laut IG Metall keine Lohnerhöhungen mehr erhalten. Die Industriegewerkschaft will den Grundlohn nun von 9,35 Euro auf mindestens 10,10 Euro pro Stunde anheben. Zudem sollen ein Urlaubs- und Weihnachtsgeld von wenigstens 185 bzw. 350 Euro eingeführt sowie die Zahl der Urlaubstage von 24 auf 30 Tage pro Jahr erhöht werden. Doch in sieben Verhandlungsrunden gab es zu diesen Forderungen keine Annäherung. Das Unternehmen will lediglich freiwillige Prämien zahlen, um hohe Produktivität oder Anwesenheit zu honorieren: Beschäftigte, die nicht krank werden, sollen 25 Cent pro Stunde mehr bekommen. »Eine Gesundheitsprämie ist für uns nicht hinnehmbar«, stellt die Betriebsratsvorsitzende Angela Kopp klar, die auch Mitglied der gewerkschaftlichen Tarifkommission ist. »Es darf nicht sein, dass unsere Beschäftigten dann krank zur Arbeit kommen.« Beschäftigte, die krank werden, dürften dafür nicht bestraft werden.

Aus Sicht der Krankenpflegerin Ellen Ost wäre es »nur gerecht«, wenn die Elis-Kolleg*innen für ihre harte Arbeit besser entlohnt würden. »Sie machen für die Klinik eine elementar wichtige Arbeit. Ohne saubere Wäsche sind die Hygiene und letztlich Menschenleben gefährdet«, betont die Gewerkschafterin, die auch im Bündnis »Mehr Personal für unser UKJ« aktiv ist. »Deshalb sollte sich auch die Klinik als Auftraggeberin dafür einsetzen, dass Elis endlich fair bezahlt.«

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Kontakt

  • Bernd Becker

    Lan­des­fach­be­reichs­lei­ter Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Thü­rin­gen

    0341 / 52 901-230

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