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Zurück in den alten Beruf

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Zurück in den alten Beruf

Stephan Gastmeier — 51 Jahre, zuständig für die Fachgruppe Maritime Wirtschaft, jetzt wieder Teilzeit-Intensivpfleger

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Die Nachrichtenlage um den Lungenvirus habe ich im März als so bedrohlich empfunden, dass ich mich spontan entschied, in meinen alten Beruf, den ich vor langer Zeit über viele Jahre gelernt und ausgeübt habe, in Teilzeit zurückzukehren. Ich wollte nicht tatenlos sein, sondern mein Gelerntes einbringen. Deshalb habe ich in der Uniklinik Eppendorf bei der Leitung für Intensivmedizin angerufen und meine Arbeitskraft angeboten. Am 15. April habe ich auf einer der zwölf Intensivstationen wieder als Intensivpfleger angefangen. Zunächst bekam ich eine Einweisung in die Technik und EDV. Am Wochenende starteten meine ersten Schichten auf der Neurologischen Intensivstation.

Zur Hälfte am Hafen

Bei ver.di arbeite ich als Gewerkschaftssekretär für die Fachgruppe Maritime Wirtschaft Hamburg. Das wird auch künftig meine Arbeit bleiben. Eigentlich komme ich aus dem Ruhrpott. Der Hamburger Hafen hat es mir sofort angetan. Da wollte ich nach zwei Organizing-Projekten für ver.di in anderen Bereichen bleiben und habe ich mich für die Gewerkschaftsarbeit im Hamburger Hafen beworben.

Mein Beitrag für die Gesellschaft

Um in der Zeit der Corona-Krise im Krankenhaus mitzuarbeiten, habe ich meine Gewerkschaftsarbeit auf eine halbe Stelle reduziert und bin mit einer weiteren halben Stelle in meinen alten Beruf zurückgekehrt. Zunächst für einen Monat mit der Option auf Verlängerung. Dabei kam nur eine Klinik mit Tarifvertrag für mich in Frage. Die Uniklinik Eppendorf ist ein tarifiertes Krankenhaus. Zudem will ich nicht die Löhne der Pflegerinnen und Pfleger unterbieten, die dort arbeiten. Deshalb bin ich ganz normal als Intensivkrankenpfleger eingruppiert. Wenn ich den Anforderungen auf der Intensivstation entspreche und dort weiter gebraucht werde, dann verlängere ich meine Teilzeit-Arbeit dort. ver.di hat super auf meine Entscheidung reagiert und unterstützt das. Meine neuen Kolleginnen und Kollegen sind super kooperativ, obwohl ich anfänglich viel nachfragen musste. Das ist ein tolles Team.

Meine Familie und Freunde sind besorgt, dass ich mich anstecken könnte. Aber Pflegepersonal weiß, wie Hygiene funktioniert. Schutzkleidung tragen, Hände waschen und desinfizieren, das machen wir andauernd. Das hat man im Blut. Solange meine Arbeit auf Station hilfreich ist, würde ich als Teilzeit-Pfleger weitermachen. Das sehe ich als meinen Beitrag für die Gesellschaft an. Denn Corona ist nicht cool. Im Gegenteil, das sind schwerste Entzündungsverläufe. Und jeder Mensch, der überlebt, ist ein Gewinn. Egal wie alt. Aber auch junge Menschen trifft es. Niemand ist sicher.

von Marion Lühring

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