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Aktionen für kostenlosen Nahverkehr

Aktionen für kostenlosen Nahverkehr

Beschäftigte aus Pflege, Service und Verwaltung der Uniklinik Frankfurt am Main fordern ein Hessen-Ticket, wie es im Landesdienst sowie für Ärztinnen und Ärzte bereits gilt.
Pflegekräfte mit Schildern privat Die Pflegekräfte der neurochirurgischen und neurologischen Intensivstation zeigen Gesicht für das Hessen-Ticket.

»Einfach ungerecht« findet der Krankenpfleger Richard Ulrich die Situation an der Uniklinik Frankfurt am Main. Gemeinsam mit mehr als 200 anderen Beschäftigten steht er am 23. Juli 2018 vor dem Großkrankenhaus und macht Krach. »Lautstark für das Hessen-Ticket«, so das Motto der von der ver.di-Betriebsgruppe initiierten Aktion. Ihr Ziel: Auch für die Beschäftigten in Pflege, Verwaltung und im Servicebereich der Uniklinik soll das kostenlose Nahverkehrsticket gelten, das es seit Jahresbeginn im hessischen Landesdienst gibt. An der Uniklinik profitieren davon die wissenschaftlichen Angestellten, seit April auch die Ärztinnen und Ärzte. Doch rund 3.000 der gut 5.000 Beschäftigten bleiben außen vor.

»Es kann ja wohl nicht sein, dass gut bezahlte Ärzte den Nahverkehr kostenlos nutzen dürfen, Reinigungskräfte und Krankenpfleger aber nicht«, kritisiert Ulrich. »Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und der Wertschätzung für die wertvolle Arbeit, die wir unter schwierigen Bedingungen jeden Tag leisten«, findet der 32-Jährige, der auf der Intensivstation des Großklinikums arbeitet. »Alle reden davon, dass die Pflege aufgewertet und entlastet werden muss. Die Klinikleitung könnte mit dem Hessen-Ticket anfangen.«

Menschen vor Eingang der Klinik Ralf Quadflieg Protestaktion vor dem Haupteingang der Frankfurter Uniklinik am 23. Juli 2018.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, haben die ver.di-Aktiven am Frankfurter Uniklinikum schon einiges auf die Beine gestellt. 4.500 Beschäftigte – fast die komplette Belegschaft – unterzeichneten eine Petition. Diverse Teams machten Fotos und stellten sie ins Internet. Mehrfach gingen Kolleginnen und Kollegen auf die Straße – am 23. Juli etwa doppelt so viele wie erwartet. Doch von den Klinikmanagern gibt es bislang keine Reaktion.

Wie es weitergeht, soll bei einem Aktiventreffen am 6. August entschieden werden. Ein formelles Problem ist, dass sich der Tarifvertrag der Uniklinik am Tarifvertrag der Länder orientiert, nicht am hessischen Tarifvertrag, der das Nahverkehrsticket beinhaltet. »Unabhängig davon sollte der Klinikleitung daran gelegen sein, diese soziale Ungerechtigkeit innerhalb der Belegschaft zu beseitigen«, betont ver.di-Sekretär Jens Ahäuser. »Für Beschäftigte in Pflege, Service und Verwaltung müssen dieselben Bedingungen gelten wie für Mediziner und Wissenschaftler.« Sollte die Uniklinik – die derzeit keinen kaufmännischen Direktor hat – dieser Forderung nicht von sich aus nachkommen, will ver.di eine Tarifkommission gründen und die Klinik zu Tarifverhandlungen über das Thema auffordern.

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