Altenpflege

Pflegeinitiative erfolgreich

Pflegeinitiative erfolgreich

Volksabstimmung in der Schweiz
Pflegeinitiative erfolgreich Gewerkschaft Unia Pflegeinitiative erfolgreich


61 Prozent der Schweizer*innen haben in einer Volksabstimmung am 28. November die sogenannte Pflegeinitiative unterstützt – gegen den Willen der meisten Parteien und der Arbeitgeber. »Sie setzen damit ein starkes Zeichen für bessere Bedingun­gen in der Pflege«, erklärte die Gewerkschaft Unia.

Mit der Initiative wird die Schweizer Regierung unter anderem dazu aufgefordert, für attraktivere Arbeits­bedingungen, mehr Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und eine angemessene Finanzierung von Pflegeleistungen zu sorgen. Laut Verfassung müssen in den nächsten Jahren entsprechende Gesetze erlassen werden.

»Noch nie hat das Volk eine Initia­tive aus dem Bereich Gesundheits­politik angenommen und auch noch nie eine mit starker gewerkschaft­licher Prä­gung«, schrieb die Neue Zürcher Zeitung. Die große Unter­stützung für die Pflegekräfte hatte sich im Vorfeld auch bei Demonstra­tionen gezeigt, an denen tausende Beschäftigte teilnahmen, darunter viele aus Bau- und Handwerks­betrieben.

Zwei Tage nach dem Urnengang forderten Delegierte aus Pflege- und Betreuungseinrichtungen bei einer Branchenkonferenz der Gewerk­schaft Unia, dass die Initiative nun rasch umgesetzt wird. Zugleich stellten sie klar, dass die Bewegung mit der gewonnenen Abstimmung nicht zu Ende ist – im Gegenteil. So plant der Schweizer Gewerkschaftsbund, 2023 zu einem »feministischen Streik« aufzurufen, unter anderem für eine bessere Vergütung sogenannter Frauenberufe wie der Pflege. Beim letzten Mal waren 2019 hundert­tausende Frauen und Männer im ganzen Land für gleiche Bezahlung und Gleichberech­ti­gung in allen Lebens­bereichen auf die Straße gegangen.

Dieser Artikel ist in der Infopost Altenpflege Nr. 16 erschienen.

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