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»Systematischem Rassismus begegnen«

USA

»Systematischem Rassismus begegnen«

Nach der Tötung von George Floyd zeigen US-Gesundheitsgewerkschaften klare Haltung gegen Diskriminierung und Polizeigewalt. Ungleichbehandlung wirkt sich auch in der Pandemie aus.
Pflegekraft vor weißem Haus National Nurses United black lives matter

»Diese Nation befindet sich am Scheideweg«, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft »National Nurses United«, Bonnie Castillo, nach der Tötung von George Floyd durch einen Polizeibeamten in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota. Es sei längst überfällig, dass die Vereinigten Staaten dem »systematischen Rassismus begegnen, der den Kern der aktuellen Krise darstellt«. Auch die Gesundheitsgewerkschaften SEIU-UHW und RWDSU positionierten sich klar gegen Diskriminierung und Polizeigewalt.

Unmittelbar nach dem Tod von George Floyd hatte die Assoziation der Pflegekräfte in Minnesota erklärt: »Als Pflegekräfte erleben wir jeden Tag die entsetzlichen Folgen von Rassismus in unseren Krankenhäusern und Stadtvierteln. Wir könnten nicht schweigen angesichts der Tatsache, dass ein weiterer schwarzer Mann durch die Hände der Polizei gestorben ist.« Pflegekräfte versorgten alle Patientinnen und Patienten, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder sozialer Lage. »Von der Polizei erwarten wir dasselbe.«

Die SEIU-UHW betonte in einer Stellungnahme, dass George Floyd einer von vielen unbewaffneten Schwarzen war, die bei Polizeieinsätzen ums Leben gekommen sind. Sie erinnerte an die Notfallsanitäterin Breonna Taylor, die am 13. März in ihrer Wohnung in Louisvilles im Bundesstaat Kentucky erschossen wurde. »Breonna Taylor hätte unsere Kollegin, George Floyd unser Patient sein können.« Die SEIU-UHW verwies auch auf die Auswirkungen des Rassismus in der Corona-Pandemie: »Der Anteil der Afro-Amerikaner an den Todesfällen durch Covid-19 ist fast doppelt so hoch wie an der Gesamtbevölkerung – eine Folge historischer Ungleichheit, überproportionaler Armut, begrenzten Zugangs zu Gesundheitsversorgung und eines größeren Anteils an systemrelevanten Beschäftigten, die während der Pandemie arbeiten mussten.« Das Ziel der SEIU-UHW sei »Gesundheitsgerechtigkeit«, was den Kampf gegen rassistische Diskriminierung in allen gesellschaftlichen Bereichen beinhalte.

Die Gewerkschaft RWDSU, die auch Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen organisiert, betonte, die Wut, Frustration und Angst schwarzer Amerikaner sein Folge »einer langen Geschichte des Rassismus, die in unserer Gesellschaft verankert ist«. RWSU-Präsident Stuart Appelbaum forderte, sowohl gegen Rassismus als auch gegen die Probleme in der Wirtschaft, beim Wohnen und in der Gesundheitsversorgung vorzugehen, die Schwarzen in den USA das Leben schwer machten. »Die Arbeiterbewegung muss die Forderung der Bewegung „Black Lives Matter“, die Polizeigewalt zu beenden, mit derselben Entschlossenheit vertreten wie diejenigen nach mehr Beschäftigtenrechten und einer fairen Wirtschaft für alle.«