Gemeinsame Sache

Der Mensch im Mittelpunkt

#GemeinsameSache

Der Mensch im Mittelpunkt

Das ver.di-Projekt #GemeinsameSache für die Altenpflege verbindet die Interessen von Beschäftigten, Pflegebedürftigen und Angehörigen

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen (ver.di), Altennpflege, #GemeinsameSache, PUBLIK, Pflegeversicherung, Stefanie Loos Beschäftigte in der Altenpflege haben mehr verdient

"Ich verdiene mehr, weil die Mitarbeitenden in der Altenpflege das Hörgerät der Bewohner*innen sind." Mit diesem Slogan steht Bianka Zickler-Peuschel am 17. Juni 2020 vor der Seniorenwohnanlage Schloss Osterstein in Zwickau. Und sie ist nicht allein. Viele weitere Beschäftigte, aber auch Pflegebedürftige und ihre Angehörigen beteiligen sich an der bundesweiten Auftaktaktion zum Altenpflege-Projekt #GemeinsameSache. Als Betreuerin sei sie mit dem Ohr ganz nah an den Bewohner*innen, um deren Gefühle, Sorgen und Nöte aufzufangen, sagt die 45-jährige Altenpflegerin und Betriebsrätin. Doch die Arbeitsbedingungen in der Branche erschweren ihr den Dienst an den Menschen. "Es fehlen Zeit, Mitarbeitende und Wertschätzung. Darunter leiden wir als Beschäftigte, aber eben auch die Bewohner*innen und die Angehörigen," sagt Bianka Zickler-Peuschel. "Dabei haben wir alle dasselbe Ziel: Wir wollen, dass die Bewohner*innen gut versorgt sind und wir wollen Freude an der Arbeit haben."

Dafür die optimalen Bedingungen zu schaffen, ist Ziel des langfristig angelegten Projektes #GemeinsameSache. "Mit Blick auf die Bundestagswahl 2021 wollen wir das Thema Altenpflege rechtzeitig oben auf die politische Agenda setzen," sagt Matthias Gruß, der als Gewerkschaftssekretär in der ver.di-Bundesverwaltung für die Altenpflege zuständig ist. In der Altenpflege sei ein Systemwechsel notwendig, bei dem der Mensch im Mittelpunkt stehe. Unter dem Dach des Kommunikationsprojektes #GemeinsameSache fordert ver.di deshalb bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung für Pflegekräfte.

Für eine solidarische Pflegegarantie

Die Umsetzung einer bedarfsorientierten, bundesweit einheitlichen Personalausstattung sei zentral, um gesundheitsgefährdende Arbeitsbelastungen zu verringern und die Qualität der Versorgung zu erhöhen, so der Gewerkschafter. Darüber hinaus brauchen die Beschäftigten geregelte Arbeitszeiten und einen starken Tarifvertrag. Da aber gerade viele kommerzielle Anbieter in der Altenpflege Tarifverträge verweigern, verhandelt ver.di mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) einen Tarifvertrag, der in der Folge von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) auf die gesamte Altenpflege erstreckt werden soll. Schon existierende, bessere Tarifverträge bleiben selbstverständlich weiter bestehen.

Klar ist: Bessere Tarifverträge und mehr Personal führen zu höheren Kosten. Dass diese nicht von den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen getragen werden müssen, ist ein weiteres zentrales Anliegen von ver.di. Denn schon heute decken die Leistungen der Pflegeversicherung weder die Pflegekosten im ambulanten noch im stationären Bereich ab. Pflegebedüftige zahlen zu. Doch Pflegebedürftigkeit darf kein Armutsrisiko sein. Damit die Kosten für den Personalbedarf, eine angemessene Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen nicht zu Lasten der pflegebedürftigen Menschen gehen, fordert ver.di eine Solidarische Pflegegarantie. "Die Pflegeversicherung muss so weiterentwickelt werden, dass sie garantiert alle pflegebedingten Kosten abdeckt und solidarisch von allen Bürgerinnen und Bürgern entsprechend ihrem Einkommen finanziert wird," so Sylvia Bühler, zuständiges ver.di-Bundesvorstandsmitglied.

Am nächsten Aktionstag im ver.di-Projekt #GemeinsameSache, am 18. November 2020, wird sich alles um die Solidarische Pflegegarantie drehen. Auch Bianka Zickler-Peuschel will dann wieder dabei sein: "Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig die Altenpflege ist. Aber Klatschen und einmalige Corona-Prämien sind keine ausreichende Wertschätzung für das, was die Beschäftigten tagtäglich leisten. Wir brauchen nachhaltige Veränderungen, die auch in Zukunft spürbar sind. Und genau deswegen bleiben wir an diesem Projekt dran und signalisieren so: Vergesst uns nicht!"

Maren Skambraks

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