Coronavirus: Infos für Beschäftigte

Wir bleiben hier...

COVID-19

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 ... und dafür brauchen wir Gesundheitsschutz, Aufwertung und Entlastung - jetzt und immer. Mit einer Foto-Aktion machen sich die Beschäftigten des Gesundheits- und Sozialwesen sichtbar.

Gesundheitsschutz, Aufwertung und Entlastung

Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen machen mit einer Foto-Aktion im Berliner Regierungsviertel ihre Forderungen nach Gesundheitsschutz, Aufwertung und Entlastung sichtbar

Pressemitteilung. Berlin 30.04.2020. Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen haben mit einer besonderen Aktion auf ihre Forderungen nach mehr Gesundheitsschutz, Aufwertung und Entlastung hingewiesen. In den vergangenen beiden Nächten projizierten ver.di-Aktivisten Fotos auf Fassaden des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundestags und weiterer zentraler Orte in Berlin. Auf den projizierten Fotos sind Beschäftigte aus Krankenhäusern und Pflegeheimen, der Sozialen Arbeit, der Behindertenhilfe und vielen anderen Bereichen zu sehen, die ihre Anliegen auf Plakaten sichtbar machen. Sie stehen stellvertretend für viele hundert Beschäftigte, die sich an einer bundesweiten Foto-Aktion von ver.di beteiligt haben. Sie fordern unter anderem mehr Personal und Entlastung, ausreichende Schutzausrüstung und besondere Zulagen in Zeiten der Corona-Pandemie.

„In der aktuellen Situation ist Kreativität gefragt – auch in der Vertretung der eigenen Interessen“, sagte Sylvia Bühler, die im ver.di-Bundesvorstand für das Gesundheits- und Sozialwesen zuständig ist. „Die enorme Resonanz auf unsere Foto-Aktion zeigt: Die Beschäftigten wollen in ihrer Lage gesehen werden. Sie tun alles, um Patientinnen und Patienten, Klientinnen und Klienten und pflegebedürftige Menschen zu unterstützen. Doch die Bedingungen müssen stimmen.“ Weiterhin gebe es in vielen Betrieben einen eklatanten Mangel an Schutzmaterial, was die Gesundheit gefährde und die Belastung erhöhe.

Laut Robert Koch-Institut sind bis zum 29. April insgesamt 42 Beschäftigte in Krankhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. „Besonders in der stationären und ambulanten Pflege besteht die Gefahr, dass Beschäftigte den Virus weitertragen, wenn sie sich und andere nicht ausreichend schützen können. Die Regierung muss daher weiterhin alles dafür tun, genug qualitativ hochwertiges Schutzmaterial zu bekommen und prioritär an Gesundheits- und Sozialeinrichtungen zu verteilen – das ist eine zentrale Forderung der Kolleginnen und Kollegen vor Ort.“

Viele Beschäftigte fordern zudem, dass ihre Arbeit während der Pandemie mit Zulagen gewürdigt wird. „Dass die Bundesregierung eine Prämie von bis zu 1.500 Euro für die Beschäftigten der Altenpflege beschlossen hat, ist ein richtiger Schritt, der auch auf Tarif-Initiative von ver.di zustande gekommen ist“, erklärte Bühler. „Die Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst, in Krankenhäusern, in der Behindertenhilfe und vielen anderen Bereichen haben eine solche Anerkennung ebenfalls verdient.“ Sie stellt klar, dass die Beschäftigten nicht nur in dieser Krise mehr Wertschätzung erwarten. „Im Gesundheits- und Sozialwesen ist Aufwertung und Entlastung nötig – jetzt und auf Dauer. Dafür setzen wir uns weiter ein – mit Entschlossenheit und Kreativität.“

DRK Rettungswache Schongau privat DRK Rettungswache Schongau

»Wir sind wie Sterne am Himmel: Man sieht uns zwar nicht, aber wir sind immer da!« Mit dieser Botschaft haben sich knapp ein Dutzend Kolleginnen des Bayerischen Roten Kreuzes in Kulmbach an die Öffentlichkeit gewandt. Es ist eine von etwa 400 Einsendungen, die im Rahmen einer bundesweiten Foto-Aktion von Beschäftigten des Gesundheits- und Sozialwesens bei ver.di eingegangen sind. Es beteiligten sich tausende Kolleginnen und Kollegen aus ganz unterschiedlichen Einrichtungen und Berufsgruppen. Doch ihre Forderungen sind nahezu dieselben: genug Schutzmaterial, mehr Personal, mehr Anerkennung – auch finanziell in Form von Prämien und einer dauerhaften Aufwertung der Berufe.

»Wir bleiben für euch hier«, heißt es auf den Plakaten, die Beschäftigte überall im Land in die Kameras gehalten haben. Sie machen damit deutlich, dass sie alles tun, um auch in dieser Krise und unter widrigen Bedingungen Menschen bestmöglich zu versorgen. So zum Beispiel die Sozialarbeiterin Christiane Kempe, die die Sozialberatung im Migrationsdienst der Berliner AWO zusammen mit ihren Kolleg*innen so gut es geht aufrechterhält. Oder York Töller, der obdachlose Menschen in einer Wärmestube unterstützt. Wie viele andere fühlt er sich »in Zeiten von Corona von der Politik allein gelassen«. In der Obdachlosenhilfe werde überall nach anderen Vorgaben gearbeitet, es fehle an Atemschutzmasken und anderen hygienischen Artikeln. Der Mangel an Schutzausrüstung ist fast überall Thema, was auf etlichen Fotos deutlich wird.

Collage aus Bildern der Fotoaktion: Beschäftigte mit Plakaten privat/ver.di Fotoaktion: Wir bleiben hier und dafür brauchen wir... Beschäftigte aus Rettungsdienst, Sozialen Diensten, Krankenhäusern, Altenpflege und Psychiatrien verdeutlichen ihre Forderungen.

Eine gemeinsame Forderung sind Prämien, mit der die besonderen Leistungen in Zeiten der Pandemie gewürdigt werden sollen. Ein OP-Team der Uniklinik Ulm stellt klar, dass ein solcher Bonus allen Beschäftigten zugutekommen muss. Zudem kritisieren die Kolleg*innen die Profitorientierung im Gesundheitswesen und fordern, die Krankenhäuser nicht länger über Fallpauschalen zu finanzieren. Udo Haas, der als Fachkrankenpfleger für Psychiatrie in der DRK-Tagesklinik Worms arbeitet, sieht ähnliche Probleme in psychiatrischen Einrichtungen. Dort wurde – trotz der schlechten Erfahrungen in somatischen Krankenhäusern – mit »PEPP« ebenfalls ein Finanzierungssystem etabliert, das den Kliniken Pauschalen zahlt statt ihnen die tatsächlich anfallenden Kosten zu erstatten. »In diese Krise wird noch deutlicher, dass der überbordende Dokumentationsaufwand durch PEPP und das ganze PEPP-System weg müssen«, sagt er.

Die SRH-Beschäftigten sagen: Wir bleiben hier privat Die SRH-Beschäftigten sagen: Wir bleiben hier

Viele Kolleg*innen haben die Foto-Aktion genutzt, um auf die Rolle ihrer Berufsgruppe hinzuweisen. So stellen Medizinisch-Technische Assistent*innen (MTA) aus einer SRH-Klinik fest, dass es »keine Therapie ohne Diagnose« gibt und fragen: »Und wir MTLA und MTRA schauen wieder in die Röhre?« Der Rettungsassistent Norbert Jahn vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in Fürth betont die großen körperlichen und psychischen Anstrengungen, denen Rettungskräfte derzeit und dauerhaft ausgesetzt sind. Auch sie müssten deshalb eine Prämie erhalten.

Beschäftigte mit Plakaten: Wir bleiben hier und dafür brauchen wir... privat Beschäftigte der Kreisklinik Günzburg sagen: Wir bleiben hier

Von den Reinigungskräften in der Kreisklinik Günzburg und den Assistenz- und Servicekräften an der Uniklinik Essen über die Kolleg*innen im Zentraleinkauf und im Labor an der Hochschule Hannover bis hin zu den Beschäftigten der Krankenhausservicegesellschaft Löbau-Zittau und aus der Persönlichen Assistenz in Berlin – sie alle sind mit der Foto-Aktion sichtbar geworden. Wenn es die politisch Verantwortlichen mit der öffentlich bekundeten Wertschätzung und dem Applaus für die Beschäftigten des Gesundheits- und Sozialwesens ernst meinen, sollten auf diese hören.

Die Fotoaktion ist abgeschlossen. Wenn ihr trotzdem noch mitmachen wollt, lest auf der nächsten Seite weiter.

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