Coronavirus: Infos für Beschäftigte

Bilder der totalen Überlastung

COVID-19

Bilder der totalen Überlastung

Der Fotograf Alberto Giuliani porträtierte Klinikbeschäftigte nach 12-Stunden-Schichten im Krankenhaus San Salvatore im von der Pandemie stark betroffen Pesaro, Italien.
Portraits von Beschäftigten mit Abdrücken von Masken Alberto Giuliani Totale Überlastung: Krankenhausbeschäftigte während der Pandemie

Um an seiner Porträt-Serie »Covid-19 – San Salvatore« zu arbeiten, hatte der italienische Fotograf Alberto Giuliani keinen langen Weg: In seiner Heimatstadt Pesaro, an der Adriaküste, liegt seine Wohnung nur einen Block entfernt vom Krankenhaus San Salvatore. Und da er einige Bekannte und Freunde hat, die dort arbeiten, konnte er schnell das Vertrauen der Klinikleitung gewinnen und die Ärzt*innen und Pflegekräfte nach ihren 12-Stunden-Schichten ohne Gesichtsmaske, Kopfbedeckung und Handschuhe fotografieren.

Alberto Giuliani wollte einfach zeigen, was um ihn herum geschieht und sonst nicht an die Öffentlichkeit dringt: das Krankenhaus, eine einzige riesige Intensivstation voller Patient*innen. Innerhalb einer Nacht wurde die Klinik zur Corona-Intensivstation umgewandelt. Pesaro war nach Bergamo und Brescia die Stadt mit den meisten Covid-19-Toten Italiens.

Ihm begegnen Ärzt*innen und Krankenpfleger*innen, die wegen Stress, Erschöpfung und einem Gefühl der Hilflosigkeit weinen. Er zeigt den Zustand des Verlassenseins in dieser Zeit der Katastrophe – aber auch den Mut und die Solidarität der Beschäftigten.

Fast emotionslos lassen sich die Klinikbeschäftigten, der sich durch Maske und Schutzanzug sicherer fühlte, von ihm fotografieren. Und es scheint als suchten sie so etwas wie Normalität in dieser Zeit der totalen Überlastung. Sie wollten nicht als Held*innen gefeiert werden, sondern betonten immer wieder, ihre Arbeit so gut zu machen wie sonst auch. Heute sind die Beschäftigten zu fast normalen Arbeitszeiten zurückgekehrt und müssen leider erleben, dass sich trotz viel Applaus bisher fast nichts getan hat, um ihre Arbeitsbedingungen dauerhaft zu verbessern.

Das Militär vor dem Krankenhaus ist abgezogen und hat die italienische Flagge eingeholt und mitgenommen, während erste Demonstrationen der Gewerkschaften durch die Straßen der Kleinstadt Pesaro ziehen. Für den Fotografen ist seine Arbeit ein Kampf gegen Angst und Ohnmacht, er will sich nützlich fühlen, Erinnerungen festhalten. Stolz macht ihn, dass seine Arbeit zu einer Spende eines kanadischen Konzerns für das Krankenhaus San Salvatore geführt hat.

Christian Jungeblodt

www.albertogiuliani.com
www.instagram.com/alberto_giuliani

  • 1 / 3

Weiterlesen

Kontakt

Immer aktuell informiert

Neues aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, ganz einfach per Newsletter an die eigene E-Mail-Adresse. Eintragen und immer auf dem neuesten Stand bleiben.