Coronavirus: Infos für Beschäftigte

Hilferuf an Spahn

COVID-19

Hilferuf an Spahn

Die Lage für Pflegekräfte und Pflegebedürftige ist gefährlich und extrem belastend. Bundesgesundheitsminister Spahn und die Gesundheitsminister der Länder müssen unverzüglich dafür sorgen, dass Schutzausrüstung in ausreichender Anzahl und Qualität schnell zur Verfügung zur Verfügung gestellt wird. Sonst droht die Versorgung, auch in der häuslichen Pflege, zusammenzubrechen. Davor warnt das Bündnis für Gute Pflege in einem Brief.

 

Dringender und eiliger Bedarf von Schutzkleidung in der Pflege

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

Bewohner*innen in der stationären Langzeitpflege und Menschen, die von ihren Angehörigen, weiteren Pflegepersonen, Assistenzkräften oder von ambulanten Pflegediensten versorgt werden, gehören zu der Risikogruppe, die besonders gefährdet ist, an Covid-19 zu sterben.

Erste Infektionswellen in stationären Einrichtungen zeigen die fatalen Folgen von Infektionsketten, wenn es keinen umfassenden Schutz durch entsprechende Ausrüstung gibt.

Die Situation ist für die Pflegebedürftigen, deren Pflegepersonen sowie alle Beschäftigten - von der Pflege über die Betreuungskräfte bis zu Hauswirtschaft und Reinigung - gefährlich und extrem belastend. Gesundheit und Leben der Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen sind gefährdet. Deshalb appellieren wir an Sie, die Ausstattung mit Schutzkleidung in der Pflege mit höchster Priorität voranzutreiben. Zur Schutzausrüstung gehören neben Schutzmasken auch Schutzkittel, die vor allem in Quarantänesituationen in stationären Einrichtungen sowie in der häuslichen Pflege dringend notwendig sind.

Wir bitten Sie auf folgende Maßnahmen hinzuwirken:

  • die zentrale Beschaffung von Schutzausrüstung;
  • klare Zuständigkeiten und Ansprechpartner*innen in allen Ländern bzgl. der Verteilung von Schutzausrüstung;
  • die Stimulation der Produktion von Schutzausrüstung nach den Standards des Medizinproduktegesetzes in Deutschland. Die Verpflichtung für Unternehmen, ihre Produktion umzustellen, wenn die Produktion von Schutzausrüstung technisch möglich ist, darf kein Tabu sein;
  • fachlich abgestimmte Empfehlungen, z. B. des RKI, zu vor Ort handhabbaren Alternativen zu Einweg-Schutzausrüstung sowie der Aufbereitung von Mehrwegschutzausrüstung, die mit in den Einrichtungen und Diensten sowie Haushalten vorhandener, „normaler“ Technik umgesetzt werden können;
  • Material, das zu überteuerten Preisen am Markt angeboten wird, muss im Rahmen der zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten in die Versorgung eingespeist werden, ohne dass dadurch den Versorgern ein wirtschaftlicher Schaden entsteht;
  • Eine kurzfristige Erhöhung der Pauschale für zum Verbrauch bestimmter Pflegehilfsmittel gemäß §40 Abs. 1 SGBXI auf 80€.

Wir erwarten Transparenz über Art und Anzahl beschaffter Schutzausrüstung, über den Verteilungsschlüssel auf die Länder sowie die weiteren Verteilungsschlüssel auf die verschiedenen Einrichtungsarten und –träger. Darüber hinaus braucht es landesspezifische Informationen für Pflegehaushalte, in denen beschrieben ist, wo und wie Pflegehaushalte Schutzausrüstung erhalten können.

Neben der extremen gesundheitlichen Gefährdung der Pflegebedürftigen verschärfen Infizierung bzw. Erkrankung von Pflegekräften die schon vor der Krise sehr angespannte Personalsituation und gefährden die Versorgung. Da auch pflegende Angehörige von SARS-CoV-2, den Schutzmaßnahmen der Bevölkerung sowie dem Mangel an Schutzausrüstung betroffen sind, können sie diesen Mangel nicht auffangen. Vielmehr brauchen sie selbst dringende Unterstützung, damit die Versorgung in der häuslichen Pflege nicht zusammenbricht.

Wir weisen weiter darauf hin, dass auch in der Behindertenhilfe sowie bei anderen Angeboten und Hilfen für Menschen in existenziellen Notlagen Schutzkleidung und Desinfektionsmittel fehlen und Berücksichtigung in der Verteilung finden müssen.

Für das Bündnis für Gute Pflege steht fest, dass die Beschaffung von Schutzkleidung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Während einer Pandemie können einzelne Träger und Akteure keine Lösungen finden, wenn es am Markt keine Schutzausrüstung in ausreichender Menge gibt, die angebotenen Materialien zu völlig überteuerten Preisen gehandelt werden und es inzwischen zu dubiosen Geschäftspraktiken beim Handel mit Schutzausrüstung kommt.

Wir fordern Sie auf, unverzüglich dafür zu sorgen, dass schnellst möglichst Schutzausrüstung in ausreichender Anzahl und Qualität zur Verfügung gestellt wird, damit Pflegebedürftige, deren Angehörige und die Beschäftigten geschützt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Im Namen des Bündnisses für GUTE PFLEGE

Im Bündnis für Gute Pflege haben sich 23 Verbände und Organisationen sowie weitere Unterstützerinnen und Unterstützer zusammengeschlossen, darunter Verbände der Interessenvertretung pflegebedürftiger Menschen und pflegender Angehöriger, Wohlfahrts- und Sozialverbände und Gewerkschaften. Sie repräsentieren insgesamt 13,6 Millionen Einzelmitglieder, zu denen Hunderttausende pflegebedürftige Menschen, pflegende Angehörige und Menschen aus Pflegeberufen gehören. Weitere Informationen zum Bündnis für gute Pflege finden Sie unter www.buendnisfuer-gute-pflege.de

  • 1 / 3

Weiterlesen

Kontakt

Immer aktuell informiert

Neues aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, ganz einfach per Newsletter an die eigene E-Mail-Adresse. Eintragen und immer auf dem neuesten Stand bleiben.