drei.69

Kampfmethode Ultimatum

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Kampfmethode Ultimatum

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen, drei.69, Verlag Barbara Budrich Industrielle Beziehungen, Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management

 Was ist Solidarität im Krankenhaus? Um diese Frage geht es bei einer Studie unseres Redaktionsmitglieds Daniel Behruzi, deren Ergebnisse in der soziologischen Fachzeitschrift Industrielle Beziehungen dargestellt sind. Die alltägliche Kollegialität im Klinikalltag trägt demnach dazu bei, dass Beschäftigte über ihre eigenen Grenzen gehen: Um das Team nicht hängen zu lassen, springen sie aus dem Frei ein, verzichten auf ihre Pause oder bleiben länger. Wie können Gewerkschaften und Interessenvertretungen mit dieser »disziplinierenden Kollegialität«, wie Behruzi es nennt, umgehen?

Der Weg, an den Einzelnen zu appellieren, besser auf sich zu achten (»Dein Frei gehört dir!«), läuft meist ins Leere. Eine Alternative dazu praktizieren ver.di-Aktive mit der »Methode Ultimatum«: Beschäftigte entscheiden kollektiv, nicht mehr einzuspringen, wenn der Arbeitgeber bis zu einem festgesetzten Datum keine Entlastung schafft (siehe auch Seite 3). Damit wird, so ein Krankenpfleger im Interview, die im Alltag »auf den Kopf gestellte Solidarität wieder auf die Füße gestellt«: Als solidarisch gilt nun, das »Teamversprechen« einzuhalten und nicht, seine eigene Gesundheit zu ruinieren. Diese »Kampf-Solidarität« hat dem Autor zufolge das Potenzial für mehr Widerständigkeit, um Entlastung durchzusetzen. Michael Quetting
 
Dr. Daniel Behruzi: Kampfmethode Ultimatum. Von disziplinierender Kollegialität zu widerständiger Solidarität – Fallbeispiele aus dem Gesundheitswesen. In: Industrielle Beziehungen 4/2018, S.469-494

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