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Schluss mit Kraut und Rüben

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Schluss mit Kraut und Rüben

Die DRK-Kreisverbände in Niedersachsen haben ganz unterschiedliche Tarifregelungen. ver.di streitet für Vereinheitlichung.

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen (ver.di), drei.78, DRK, DRK Reformtarifvertrag, Niedersachen, ver.di Kollegen des DRK Lüneburg wollen nicht abgehängt werden.

Was Bezahlung und Arbeitsbedingungen angeht, herrscht beim niedersächsischen Deutschen Roten Kreuz Kraut und Rüben. »Die über 40 DRK-Kreisverbände haben ganz unterschiedliche Regelungen und Tarifverträge, die in vielen Fällen schlechter sind als der sonst im DRK geltende Reformtarifvertrag«, kritisiert David Matrai, der bei ver.di in Niedersachsen für das Gesundheits- und Sozialwesen zuständig ist. »Das wollen wir ändern. Im ersten Schritt kämpfen wir dafür, dass zumindest die beim DRK Anfang des Jahres bundesweit erzielte Vereinbarung auch den Beschäftigten in Niedersachsen vollständig zugutekommt.« Der Tarifkompromiss beinhaltet unter anderem Lohnerhöhungen von insgesamt 3,4 Prozent in zwei Schritten sowie eine Corona-Sonderzahlung und eine Notfallsanitäter-Zulage von bis zu 400 Euro im Monat. Doch einige DRK-Kreisverbände stellen sich quer. Vor allem von der Notfallsanitäter-Zulage wollen viele Arbeitgeber nichts wissen.

Streit um Notfallsanitäterzulage

»Mit dem neuen Beruf des Notfallsanitäters ist die Verantwortung noch einmal deutlich gestiegen. Das muss finanziell gewürdigt werden – auch bei uns in Niedersachsen«, sagt Lutz Steidel, der als Notfallsanitäter in der DRK-Rettungswache Neustadt, nördlich von Hannover arbeitet. »Wir machen dieselbe Arbeit wie die Kolleginnen und Kollegen anderswo. Es ist nicht einzusehen, warum wir schlechter bezahlt werden sollten.« Dass die Beschäftigten beim DRK in Hannover und Region das genauso sehen und die ver.di-Tarifforderungen unterstützen, haben sie mit einer Petition dokumentiert, die von einer deutlichen Mehrheit der Belegschaft unterschrieben wurde.

Für einheitliche Bedingungen

Steidel und seine Kolleg*innen möchten nicht länger hinnehmen, dass sich die niedersächsischen DRK-Kreisverbände bei Löhnen und Arbeitsbedingungen gegenseitig unterbieten. »Wir brauchen endlich einheitliche Bedingungen. Das einfachste wäre, wenn sich alle DRK-Gliederungen der bundesweiten Tarifgemeinschaft anschließen und damit den Reformtarifvertrag übernehmen. Das ist mittelfristig unser Ziel.« Um es zu erreichen, macht ver.di Druck auf die Arbeitgeber, führt aber auch viele Gespräche mit Landkreisen und Kostenträgern, die eine auskömmliche Finanzierung sicherstellen müssen.

»Im Moment schieben sich Krankenkassen, Landkreise und DRK die Verantwortung gegenseitig zu – auf Kosten der Beschäftigten, die täglich alles dafür tun, Menschenleben zu retten«, sagt Matrai. »Die Corona-Pandemie hat noch einmal deutlich gemacht, wie sehr es auf funk-tionierende Gesundheitsdienstleistungen ankommt. Die dort Beschäftigten brauchen gute Arbeitsbe-dingungen und eine angemessene Bezahlung – und zwar überall und möglichst einheitlich.«

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