Reform der Pflegeausbildung

Verbändeanhörung: Pflegeberufsgesetz muss nachgebessert werden

Verbändeanhörung: Pflegeberufsgesetz muss nachgebessert werden

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bekräftigt die Kritik am geplanten Pflegeberufsgesetzund fordert deutliche Nachbesserungen. „Um die steigende Nachfrage nach qualifizierten Pflegekräften zu decken, braucht es eine gute Ausbildung und gute Arbeitsbedingungen. Wir wollen die Spezialisierungen in der Alten-und Kinderkrankenpflege erhalten und die Aufwertung
der Pflege insgesamt vorantreiben“, sagte ver.di Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler vor der Verbändeanhörung am Freitag in Berlin. Um das Berufsfeld attraktiver zu machen, brauche es ausreichend viel Personal, verlässliche Arbeitszeitenund eine bessere Bezahlung. ver.di spricht sich für eine integrierte Ausbildung aus, bei der sich nach dem gemeinsamen Start von ein bis zwei Jahren innerhalb der mindestens dreijährigen Ausbildung eine Spezialisierungsphase anschließt. Das stelle die unmittelbare Berufsfähigkeit nach der Ausbildung sicher. Der Referentenentwurf sieht dagegen bislang eine Vereinheitlichung der Ausbildungsgänge in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege vor.

Zur Sicherung der Qualität der Ausbildung sei es unerlässlich, die betriebliche Mitbestimmung zu erhalten und auszubauen. „Viel zu oft müssen Auszubildende heute personelle Lücken von Fachkräften füllen und werden im Krankenhaus kurzfristig auf fremden Stationen eingesetzt“, kritisierte Bühler. Die Regelung im Referentenentwurf, dass die Aufgaben des Ausbildungsbetriebs in bestimmten Fällen von einer Pflegeschule wahrgenommen werden können, lehnt ver.di deshalb entschieden ab.
Damit könnte einePflegeschule den Ausbildungsvertrag selbst abschließen. In der Praxis würde dies zu einem Angriffauf die Mitbestimmungsrechte der gesetzlichen Interessenvertretungen führen. „Die vertragliche Bindung der Auszubildenden an den Betrieb
und damit die Sicherstellung der Mitbestimmungsrechteist unerlässlich“, betonte Bühler.

Sehr positiv sei, dass der Gesetzgeber eine Vorgabe zum Umfang der Praxisanleitung in Höhe von zehn Prozent mache. Damit wird eine langjährige ver.di-Forderung aufgegriffen.
Wichtig sei allerdings klarzustellen, dass sich diese Mindestanforderung auf die geplante und strukturierte Praxisanleitung bezieht.
„Für die Umsetzung werden dafür ausreichend viele Praxisanleiterinnen mit der dafür erforderlichen Zeit benötigt“, stellte Bühler klar.
Weiterer Regelungsbedarf bestehe auch bei der geplanten hochschulischen Erstausbildung. Vor allem müssedie Frage der angemessenen Ausbildungsvergütung geklärt werden.

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