Reform der Pflegeausbildung

Vertiefung muss drin sein

Reform der Pflegeausbildung

Vertiefung muss drin sein

Die Position von ver.di zu den Eckpunkten zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung im PflBG

In den Anfang März 2016 vorgelegten Eckpunkten für eine Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sieht ver.di einige positive Schritte. Die Auszubildenden sollen den überwiegenden Teil ihrer praktischen Ausbildung beim Träger der praktischen Ausbildung absolvieren. Damit soll die erforderliche betriebliche Anbindung gewährleistet werden. Da die Pflegearbeit je nach Einsatzbereich unterschiedliche Anforderungen stellt, sind von Beginn der Berufstätigkeit an spezielle Kenntnisse erforderlich. Positiv ist daher, dass im Rahmen der generalistischen Ausbildung zumindest eine gewisse Spezialisierung vorgesehen ist. Allerdings bleibt die weitere inhaltliche Ausgestaltung abzuwarten. Nicht zielführend ist, dass der Vertiefungsbereich der praktischen Ausbildung sich nicht in der theoretischen Ausbildung widerspiegelt.

Insgesamt sind die Eckpunkte noch sehr allgemein gehalten und bieten einigen Interpretationsspielraum. In der jetzigen Form sind sie ungeeignet, als Anleitung für einen Ausbildungsrahmenplan und einen Rahmenlehrplan zu dienen. Vor einer Neugestaltung der Ausbildung muss das Profil des Berufs eindeutig erkennbar sein. Für eine abschließende Bewertung der inhaltlichen Ausgestaltung ist der zugesagte Entwurf der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung unerlässlich. Wir behalten uns daher weitere Ergänzungen vor.

Aufgrund der veränderten Anforderungen an die Pflegeberufe ist es zielführend, die Ausbildungen näher zusammenzuführen. Die Patientinnen und Patienten im Krankenhaus werden entsprechend der Altersstruktur der Gesellschaft älter, zugleich sind in der ambulanten und stationären Pflege zunehmend komplexere Pflegeleistungen notwendig. Kompetenzen aus den anderen Ausbildungsbereichen werden zunehmend im eigenen Arbeitsbereich benötigt. Die Befürchtungen vor allem aus der Kinderkranken- und Altenpflege sind jedoch ernst zu nehmen, dass das notwendige spezifische Wissen ihrer Berufe verloren geht. Es macht einen fachlichen Unterschied, einen alten Menschen zu pflegen oder ein Kleinkind, auch wenn beispielsweise Empathiefähigkeit als soziale Kompetenz bei allen Zielgruppen gleichermaßen erforderlich ist. ver.di fordert deshalb eine integrierte Ausbildung, in der nach einem gemeinsamen Start von bis zu zwei Jahren eine mindestens einjährige Spezialisierungsphase folgt.

Die Anforderungen an die Pflegefachkräfte steigen. Eine hohe Professionalität im Vertiefungsbereich muss für eine gute pflegerische Versorgung Ziel der Reform sein. Hieran messen wir die Vorschläge zur Weiterentwicklung der Pflegeberufe.

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