Kirchen und Arbeitsrecht

Eine Frage der Durchsetzungsmacht

Diakonie Württemberg

Eine Frage der Durchsetzungsmacht

Die Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Württemberg liegen nach vielen Konflikten weitgehend auf dem Niveau des Flächentarifs TVöD. Aktive wollen weiterhin das Original.
Demo vor der Diakonie in Berlin: Tür auf für Tarifverträge Astrid Sauermann Demo vor der Diakonie in Berlin: Tür auf für Tarifverträge

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) ist der Flächentarifvertrag für die Soziale Arbeit! Auf dieser Grundlage ist die württembergische „Strategie Flächentarifvertrag – Anwendungstarifvertrag TVöD“ entstanden. Mit dieser Positionierung der Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen (AGMAV) ist es gelungen, für 38.000 Beschäftigte der Diakonie in Württemberg weitestgehend den TVöD durchzusetzen. Ein Selbstläufer war dies nicht, erst nach heftigen Auseinandersetzungen gelang zum Januar 2009 die Übernahme des TVöD in die Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) Württemberg. 2010 konnte zudem erreicht werden, dass Tarifabschlüsse zum TVöD – Entgelt und Arbeitszeit betreffend – automatisch und zeitgleich gelten. Der TV-SuE, die Entgeltordnung für den Sozial- und Erziehungsdienst, fällt nicht unter diese Tarifautomatik. Mehr als vier Jahre hat es gebraucht, auch den TV-SuE in die AVR-Württemberg zu integrieren. In dieser Auseinandersetzung hat sich die „ver.di-Tarifkommission Diakonie“ gegründet. Zuletzt konnte 2016 die neue Entgeltordnung zum TVöD in die AVR-Württemberg übernommen werden. Damit entspricht die AVR jetzt weitestgehend dem TVöD.

Wieso dann nicht gleich das Original? Weil dies eine Frage der Durchsetzung ist! Seit Gründung der ver.di-Tarifkommission ist es gemeinsame Zielsetzung von Tarifkommission und AGMAV, anstelle der auf dem so genannten Dritten Weg verhandelten Arbeitsvertragsrichtlinien den TVöD als Tarifvertrag in die Diakonie zu bekommen. Durchsetzung braucht Durchsetzungsmacht und diese ist nur zu organisieren, wenn sich viele Kolleginnen und Kollegen in ver.di organisieren. In diesem Sinne arbeiten Tarifkommission und AGMAV aktuell intensiv daran, die Basis zu erreichen. Die gemeinsame Tarifstrategie ist Thema in Mitarbeitendenversammlungen der Einrichtungen, nach Möglichkeit treten AGMAV und ver.di hierzu gemeinsam in Aktion. Die Beteiligung in der aktuellen Tarifrunde ist derzeit ein weiterer wichtiger Baustein, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen und für die gemeinsame Tarifstrategie zu gewinnen.

Sonja Gathmann, Uli Maier

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