Klinikpersonal entlasten

Händedesinfektion? Klar, nur wann?

Aktionstag Händedesinfektion

Händedesinfektion? Klar, nur wann?

Aktionstag am 12. September zeigt, wozu der Personalmangel führt
Desinfektion der Hände Christian Dehmel Desinfektion der Hände

Die Personalnot in den Krankenhäusern führt dazu, dass Beschäftigte nicht alle notwendigen Aufgaben erfüllen können. Etwas bleibt auf der Strecke. Jeden Tag.

Beispiel Hygiene.

Alle wissen, dass die Händedesinfektion das A und O bei der Vermeidung nosokomialer Infektionen ist. Alle wissen aber auch: dafür fehlt die Zeit. Insgesamt etwa zwei Stunden braucht eine Pflegekraft pro Schicht durchschnittlich für die vorgeschriebene Desinfektion. Doch wenn sie sich diese Zeit für die Desinfektion nimmt, fällt notgedrungen etwas anderes weg. Diesen Skandal machen wir sichtbar: Beim Aktionstag am 12.9.2017 werden sich Teams aus Krankenhäusern in ganz Deutschland ordnungsgemäß die Hände desinfizieren und die Zeit dafür einfordern.

Ist euer Team dabei?

Diese Aktion braucht das gesamte Team. Der erste Schritt ist deshalb, euch im Team zu verabreden: Sind wir dabei? Was können wir uns vorstellen? Von ver.di erhaltet ihr detaillierte Informationen zu Ablauf und Handlungsschritten. Kontaktiert eure Betriebsgruppe oder eure/n ver.di-Sekretär/in. Wer nicht weiß, wer das ist, schreibt eine Mail an gesundheit-soziales@verdi.de.

Einige Materialien, die am Aktionstag genutzt werden können, findet ihr hier zum download.

Post-it: Hände desinfizieren? Weglassen geht gar nicht ver.di Post-it: Hände desinfizieren? Weglassen geht gar nicht

 

Aktionstag Händedesinfektion: Fragen und Antworten 

Wollt ihr damit sagen, wir arbeiten nicht sauber?

Jeder hat den Anspruch, die elementare Hygiene korrekt einzuhalten. Auch du wirst dich darum bemühen. Unter den gegebenen Umständen kannst du aber gar nicht sauber arbeiten. Das zeigen auch Studien: Je höher die Zahl der zu versorgenden Patient/innen, desto weniger werden korrekt Hände desinfiziert. Und die Menge an verbrauchtem Sterilium belegt das auch. Das ist kein persönliches Verschulden, sondern kommt davon, wenn mehr Arbeit dringend zu bewältigen ist als menschenmöglich ist. Und: wenn wir uns wirklich die notwendige Zeit für Händedesinfektion nehmen, fallen andere Dinge weg. Gute Versorgung braucht genug Zeit.

Soll ich die Patienten an dem Tag im Stich lassen?

Bei einer guten Personalausstattung müsstest du nicht entscheiden, ob du dich um Patienten kümmerst oder stattdessen die Hände desinfizierst. Das Gesundheitssystem zwingt dich zu solchen Entscheidungen. Das lassen wir nicht auf uns sitzen. Wir informieren die Arbeitgeber rechtzeitig über die Aktion, so dass sie die Möglichkeit haben, für genug Personal zu sorgen. Wenn sie das nicht tun, fordern wir sie auf, anzuweisen, welche Tätigkeiten bei Überlastung weggelassen werden sollen. Und wir weisen mit Gefährdungsanzeigen und Beschwerden darauf hin, dass bestimmte Tätigkeiten nicht erledigt werden konnten.

Was soll das bringen?

Wir wollen wirkliche Entlastung in den Krankenhäusern und eine bedarfsgerechte gesetzliche Personalbemessung. Das erreichen wir nur, wenn wir deutlich machen, wie angespannt und gefährlich die Situation in den Krankenhäusern ist – zum Beispiel mit Aktionstagen wie diesem. Und dazu brauchen wir eine starke Mobilisierung in den Krankenhäusern. Die Verständigung im Team darüber und die aktive Beteiligung sind dabei wichtige Schritte. Wir brauchen langen Atem. Dabei hilft eine starke Organisation mit vielen Mitgliedern. Wir lassen nicht nach, bis wir endlich gute Regelungen dafür haben – im Betrieb und als Gesetz.

So ein Aktionstag ändert doch nichts!

Ein Aktionstag alleine vielleicht nicht. Aber dieser Tag ist Teil unserer politischen und betrieblichen Schiene im Kampf um Entlastung des Krankenhauspersonals. Unsere Aktion dient unserer eigenen Sicherheit und der Sicherheit der Patient/innen und Patienten. Die Botschaft an die Arbeitgeber und die Parteien ein paar Tage vor der Bundestagswahl lautet: Wir brauchen genug Personal, damit die Händedesinfektion vorschriftsgemäß erfolgen kann.

Und was passiert am nächsten Tag? Weiter stundenlang Hände desinfizieren?

Die Frage, wie wir am nächsten Tag unsere Arbeit schaffen sollen, geben wir an die Arbeitgeber weiter bzw. zurück. Denn die Verantwortung, Gefährdung und Überlastung zu vermeiden, liegt bei ihnen – jeden Tag. Wenn zu wenig Personal für alle Aufgaben da ist, müssen die Vorgesetzten entscheiden, was weggelassen wird. Wir fordern, dass die Arbeitgeber dauerhaft für mehr Personal und Entlastung sorgen. Wir sind bereit, gemeinsam mit ihnen ausreichende Finanzierung dafür zu fordern.

Darum jetzt Mitglied und bei ver.di aktiv werden!  Für eine starke ver.di in den Krankenhäusern und für die Durchsetzung unserer Forderungen.

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