Klinikpersonal entlasten

Auf nach Saarbrücken

Klinikpersonal entlasten

Auf nach Saarbrücken

Am 8. März findet die große Demo im Saarland statt - für mehr Personal im Krankenhaus, für Entlastung der Beschäftigten. Unter dem Motto: "Mehr Personal für unser Krankenhaus. Gut für unsere Gesundheit!" ruft ver.di dazu auf, an Demo und Kundgebung teilzunehmen. Start ist 11 Uhr am Bürgerhaus (Burbacher Markt 20, 66115 Saarbrücken-Burbach), die Abschlusskundgebung findet ab 13 Uhr vor dem Staatstheater statt.

Allein sind die Kolleginnen und Kollegen im Saarland dabei nicht. Bundesweit zeigen Beschäftigte in Krankenhäusern: "Euer Kampf ist unser Kampf". Delegationen aus dem ganzen Bundesgebiet haben sich angekündigt und Stationen und Bereiche setzen mit Soli-Fotos Zeichen. Einige der Fotos, die uns erreicht haben, sind hier zu sehen:

Was bisher geschah

  • Ende 2016: 21 Akutkrankenhäuser werden zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert. Die Arbeitgeber weigern sich.
  • 17. Januar 2017: Die ver.di-Arbeitskampfleitung beschließt Warnstreik am 23. Januar. Am gleichen Tag kündigt Saarlands Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) die Einführung verbindlicher Personalschlüssel in der Pflege ab 2018 an.
  • 23. Januar 2017: 184 Delegierte aus 184 Teams der 21 Kliniken kommen zu einer Streikkonferenz zusammen und beschließen eine große Demonstration in Saarbrücken am 8. März, dem Internationalen Frauentag.
  • 3. Februar 2017: Die Saarländische Krankenhausgesellschaft, das Gesundheitsministerium des Landes und ver.di verabschieden eine gemeinsame Erklärung, in der es unter anderem heißt: »Es muss finanziellen Spielraum geben für eine deutlich bessere Personalausstattung, die eine adäquate Personalbesetzung auf Normalstation, Intensivstation, im OP und im Nachtdienst, sowie verlässlich Dienstpläne und die Einhaltung der Pausenregelung ermöglicht.« Mit diesem Ziel schließen sich die Klinikträger und das Ministerium dem ver.di-Protesttag am 8. März an.

Der Druck wirkt!

Bundesweit hat ver.di die Personalnot in Krankenhäusern auf die politische Agenda gesetzt. Im Saarland reagieren Regierung und Klinikleitungen auf die Proteste. Das zeigt: Wir können etwas erreichen.

Wir lassen niemanden aus der Verantwortung

Die Politik muss endlich gesetzliche Mindeststandards beim Krankenhauspersonal festschreiben.

Die Arbeitgeber müssen zum Schutz der Gesundheit ihrer Beschäftigten für gute Arbeitsbedingungen sorgen.

Die Krankenkassen müssen eine ausreichende Personalausstattung refinanzieren.

Die Bundesländer müssen notwendige Investitionen wie vorgeschrieben voll bezahlen.

 

"Nicht nur grammatikalisch ist die Pflege weiblich."

Die Demonstration findet nicht zufällig am Internationalen Frauentag (8. März) statt. Michael Quetting, Gewerkschaftssekretär im Saarland, erklärt: "Man kann diesen Internationalen Frauentag nicht besser begehen als einen wirklichen Kampftag für die Rechte der Frauen. (...) Nicht nur grammatikalisch ist die Pflege weiblich. Auch im Jahr 2017 wird die Pflege- und Sorgearbeit, sei sie beruflich oder familiär, mehrheitlich den Frauen zugeordnet. Die weit überwiegende Anzahl der Menschen, die pflegedürftige Angehörige versorgen, ist weiblich, ebenso die Mehrheit der Beschäftigten in der Altenpflege. Die gesellschaftliche Realität spiegelt eine immer noch verbreitete Sichtweise wider: Pflege, das ist etwas, das angeblich „von Natur aus“ dem weiblichen Wesen entspricht, wofür es eigentlich keiner speziellen Ausbildung bedarf. Pflege wird nicht nur als Beruf, sondern auch als Berufung des weiblichen Geschlechts angesehen, was ein gewisses Maß an Selbstaufopferung quasi voraussetzt.

Quantitativ ist die Sache klar: Der Frauenanteil in Pflegeberufen liegt bei 88 Prozent in der häuslichen Pflege, bei 85 Prozent in der stationären. Doch auch qualitativ handelt es sich um einen typisch weiblichen Arbeitsmarktsektor: Die Bezahlung ist mehr als unzureichend. Es dominieren Teilzeit und prekäre Beschäftigung. Je höher die Hierarchieebene, desto mehr steigt der Männeranteil. Bei den unterstützenden Hilfstätigkeiten liegt der Frauenanteil bei 90 Prozent. Die Fluktuation ist extrem hoch. Der Anteil unbezahlter Arbeit ebenso. Pflege sei daher, so Quetting,  "nicht zuletzt Ausdruck der immer noch herrschenden Geschlechterverhältnisse."

Plakat: Aufruf zur Demo in Saarbrücken am 8.3.2017 ver.di Plakat: Aufruf zur Demo in Saarbrücken am 8.3.2017

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