Klinikpersonal entlasten

Weil für Personalbemessung in Kliniken

Klinikpersonal entlasten

Weil für Personalbemessung in Kliniken

Der Ausgang der Landtagswahl in Niedersachsen am 15. Oktober 2017 könnte für die Beschäftigten der Krankenhäuser positive Konsequenzen haben. Denn der SPD-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Stephan Weil hat Ende September 2017 öffentlichkeitswirksam zugesagt, sich für mehr Personal in den Kliniken einzusetzen. Das könnte auch ein Faktor dafür gewesen sein, dass die SPD ihren Stimmenanteil um 4,3 auf 36,9 Prozent steigern konnte. Falls es der Partei gelingt, eine neue Koalition zu schmieden, hätte Weil die Möglichkeit, seinen Worten Taten folgen zu lassen.

»Die Einführung verbindlicher Personalvorgaben für alle Pflegebereiche und eines Systems zur bedarfsgerechten Personalbemessung ist überfällig«, heißt es unmissverständlich in der von Stephan Weil unterzeichneten Erklärung. »Verbindliche Personalvorgaben für alle Bereiche müssen gesetzlich festgelegt werden.« Zum einen richtete der SPD-Politiker diese Forderungen an den Bund, der den Krankenhäusern Vorgaben bei der Personalausstattung machen und diese auch entsprechend finanzieren müsse. Doch auch das Land Niedersachsen selbst soll gegen die Missstände aktiv werden: »Solange es auf Bundesebene keine entsprechende gesetzliche Regelung gibt, wird eine SPD-geführte Landesregierung unter meiner Führung die Möglichkeiten auf Landesebene nutzen und (…) im Niedersächsischen Krankenhausgesetz Personalmindeststandards/Personaluntergrenzen für die Krankenhäuser festlegen, die die Träger und Kassen in die Pflicht nehmen.«

Präsentiert hatte Weil das Papier am 26. September 2017 gemeinsam mit dem ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske sowie den Leitern des ver.di-Landesbezirks und des ver.di-Landesfachbereichs Niedersachsen-Bremen, Detlef Ahting und Joachim Lüddecke. »Ich finde den Schritt von Stephan Weil richtig und absolut konsequent«, kommentierte Detlef Ahting die Ankündigung des Sozialdemokraten. »Indem er mit der SPD in Niedersachsen auf Landesebene gesetzliche Regelungen zusichert, die die Kassen und die Träger für eine Personalmindestausstattung in die Pflicht nehmen, macht er konkrete und längst überfällige Lösungen möglich.« Joachim Lüddecke sagte: »Wenn in Deutschland eine Pflegekraft etwa zehn Patienten zu pflegen hat und damit zweieinhalb Mal so viel wie in Norwegen bzw. doppelt so viele wie in Holland, dann ist auch das Risiko für die Patienten viel höher – das dürfen wir nicht hinnehmen.«

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (Mitte) fordert gemeinsam mit Frank Bsirske (rechts) und Detlef Ahting (links) mehr Personal im Krankenhaus. ver.di Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (Mitte) fordert gemeinsam mit Frank Bsirske (rechts) und Detlef Ahting (links) mehr Personal im Krankenhaus.

Kontakt

  • Joachim Lüddecke

    Lan­des­fach­be­reichs­lei­ter Nie­der­sach­sen-Bre­men

    0511 / 12 400 250

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