Klinikpersonal entlasten

Mehr von uns ist besser für alle

Klinikpersonal entlasten

Mehr von uns ist besser für alle

Teilnehmende der Bundesfachbereichskonferenz 2015 halten Schals hoch, auf denen steht "Mehr von uns ist besser für alle" Kay Herschelmann Bundesfachbereichskonferenz 2015

In den deutschen Krankenhäusern fehlt Personal – insgesamt 162.000 Beschäftigte, davon rund 70.000 in der Pflege. Inzwischen kann niemand mehr die Personalnot ernsthaft bestreiten, das haben wir mit bundesweiten betrieblichen und politischen Aktion erreicht. Wir haben auch geschafft, dass es ab 2019 für sogenannte pflegesensitive Bereiche Personaluntergrenzen geben wird. Doch das reicht uns nicht. Wir fordern gesetzliche Vorgaben für alle Bereiche der Pflege orientiert am Bedarf der Patienten. Als Sofortprogramm fordern wir, dass keine Schicht mehr alleine gearbeitet wird und Praxisanleiter/innen für die Ausbildung freigestellt werden. Das bedeutet zusätzliche 20.000 Vollzeitstellen, die umgehend geschaffen werden müssen. Und für alle Beschäftigten – nicht nur für die Pflege – fordern wir Entlastung im betrieblichen Alltag durch bessere Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern. Niemand darf durch die Arbeit krank werden. Das sicherzustellen, ist die Verantwortung der Arbeitgeber.

In den kommenden Monaten verstärken wir den Druck auf die Politik und die Arbeitgeber – und das auf drei Schienen: politisch, betrieblich und tariflich.

Die drei Schienen der Bewegung für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus: politisch, betrieblich, tariflich. ver.di Die drei Schienen der Bewegung für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus.

Politisch: Mehr Personal per Gesetz, Versorgung sichern

Wir brauchen gesetzliche Vorgaben zur Personalausstattung für alle Pflegebereiche im Krankenhaus. Als Sofortprogramm fordern wir: Keine Schicht allein und ausreichend Zeit für Ausbildung. Dafür müssen umgehend 20.000 Stellen geschaffen werden. Wir mischen uns in den Bundestagswahlkampf ein und nutzen die Phase der Koalitionsverhandlungen, um öffentlich und gegenüber Politiker/innen unsere Forderungen zu platzieren. Unter dem Motto „Klinikalltag trifft…“ laden wir die Bundestags-Kandidat/innen ins Krankenhaus ein. Und wir besuchen Wahlveranstaltungen der Parteien, machen Rabatz bei Treffen der Minister/innen. Wir werden lästig. So lange, bis sie verstanden haben.

Betrieblich: Gemeinsam handeln, Rechte einfordern

Die Versorgung der Patient/innen funktioniert nur noch halbwegs, weil wir auf Pausen verzichten, regelmäßig mehr arbeiten und kurzfristig einspringen. Wenn wir den Betrieb auf Kosten unserer eigenen Gesundheit am Laufen halten, woher sollen Gesetzgeber und Arbeitgeber dann wissen, wie groß die Personalnot ist? Damit sie sich ein realistisches Bild machen können, halten wir uns von nun an an die Arbeitsschutzgesetze und unsere arbeitsvertraglichen Verpflichtungen. Wir lassen uns keine Schuldgefühle mehr machen. Wir geben die Verantwortung für eine gute und sichere Versorgung an die Arbeitgeber zurück und setzen Grenzen. Mehr als 100 Kliniken haben schon entschieden: Wir sind dabei!

Tariflich: Arbeitgeber verpflichten, gute Arbeit durchsetzen

ver.di wird ein Prozent der Kliniken zur Tarifverhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung auffordern. Damit ist klar, wir lassen die Arbeitgeber nicht aus der Verantwortung und machen notfalls Entlastung auch zum Thema einer tariflichen Auseinandersetzung.

Wie können wir uns beteiligen?

  • Diskutiert in euren Teams, wie ihr bei der Bewegung mitmacht, damit sich endlich etwas ändert.
  • Tut euch zusammen, vernetzt euch, tauscht euch auch mit Teams anderer Krankenhäuser aus.
  • Tipps, Aktionsideen, Plakate, Postkarten und Flugblätter gibt’s bei ver.di vor Ort. www.verdi.de/wegweiser
  • Noch nicht Mitglied? Schließt euch einer starken Gemeinschaft an, tretet der Gewerkschaft bei. Gemeinsam erreichen wir mehr. www.mitgliedwerden.verdi.de

Immer mehr Kolleginnen und Kollegen setzen sich zur Wehr. Immer mehr organisieren sich in ver.di. Immer mehr verschaffen sich Respekt.

Sei Teil der Bewegung! Für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus!

Jetzt Daten vormerken

Termine der Bewegung für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus

21.6. Aktion bei der Bundesgesundheitsministerkonferenz in Bremen: Wir machen Rabatz. (gemeinsame Aktion mit den Kolleg/innen aus der Altenpflege)

bis 12.9. Personalbedarf errechnen: Wie viel Monat ist am Ende des Personals noch übrig? Wir zeigen, wann das Soll voll ist.

12.9. Aktionstag zum Thema Händedesinfektion. An diesem Tag werden wir deutlich machen: Für gute Hygiene braucht es mehr Personal.

19.9. Pausenaktion: Wir fordern unsere Pause ein. Denn gute Arbeit braucht auch Erholung zwischendurch. Dass das möglich ist, dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen.

10./11.10. und 24./25.10. Aktionszeiträume im Oktober

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