SRH

„Es ist vollbracht …!“

„Es ist vollbracht …!“

Verhandlungsergebnis zur Entgeltsteigerung und zur neuen Entgeltordnung 

Es war eine "schwierige Geburt", das Ergebnis kann sich jedoch sehen lassen: Nach 5 Verhandlungsrunden konnte am 10. Mai 2017 ein Verhandlungsergebnis zur Entgeltsteigerung sowie zu einer neuen Entgeltordnung mit den SRH-Kliniken erreicht werden, das die ver.di-Verhandlungskommission der Tarifkommission zur Annahme empfehlen wird. 

Das sehr umfangreiche Verhandlungsergebnis im Überblick: 

Tabellensteigerungen

  • Die Entgelte werden ab dem April 2017 um 2,4 % und ab dem 1. April 2018 um weitere 2,1 % angehoben. Die Laufzeit der neuen Tabellen geht bis zum 31. Dezember 2018.
  • Alle Vollzeitbeschäftigten erhalten eine Einmalzahlung von 250 Euro, Teilzeitbeschäftigte erhalten diese anteilig.
  • Die Auszubildendenvergütungen werden zu den gleichen Zeitpunkten ebenso angehoben. Die Einmalzahlung für Auszubildende beträgt 100 Euro.
  • Die Einmalzahlung und die rückwirkende Tarifsteigerung ab dem 1. April 2017 erfolgen mit der Entgeltabrechnung im Monat Juli 2017.

Neue Entgeltordnung und neue Entgelttabelle

  • Die bisherige Entgelttabelle mit acht Entgeltgruppen (1 – 8) wird ab dem 1. November 2017 durch eine neue Entgelttabelle mit neun Entgeltgruppen (Entgeltgruppen A – I) ersetzt.
  • Dadurch wird eine neue Entgeltgruppe F geschaffen, die von ihrer Höhe etwa 100 Euro über der Entgeltgruppe E (bisher EG 5) liegt.
    Höhergruppierungen in die neue Entgeltgruppe F erhalten alle Gesundheits- und Krankenpfleger/innen ohne Fachweiterbildungen, die seit mindestens 5 Jahren überwiegend auf einer Spezialstation tätig sind.
  • Spezialstationen sind die Bereiche OP, ITS, IMC, Kinder-ITS, Dialyse, Geriatrie, Paraplegiologie, Psychiatrie, Rettungsambulanzen / Notfallaufnahmen, Frühreha Phase B, Stroke Unit, HKL.
  • Nach absolvierten Fachweiterbildungen nach Vorgabe der Fachgesellschaften (DKG, DGF oder RKI) mit mindestens 500 Theoriestunden erfolgt die Höhergruppierung in die neue EG G (die vom Niveau der bisherigen EG 6 entspricht).
  • Hebammen werden nach 5-jähriger Tätigkeit gleichfalls in die EG F höhergruppiert.
  • Physio-, Ergotherapeut/innen und Logopäden werden bei Nachweis von mindestens 500 Fortbildungsstunden gleichfalls in die neue EG F höhergruppiert.
  • Diese Höhergruppierung erhalten Physio-, Ergotherapeut/innen und Logopäden auch nach mindestens 5-jähriger überwiegender Tätigkeit in der Frühreha Phase B oder in der Paraplegiologie.

Neue Zulagen ab dem 1. November 2017

  • Statt der bisherigen Zulage für stellvertretende Stationsleitungen (die nur während der Ausübung der Führungsfunktion gezahlt wurde) gibt es künftig für alle schriftlich, dauerhaft bestellten, stellvertretenden Führungsfunktionen eine ständig zu zahlende Zulage von 100 Euro monatlich.
  • Medizinische Fachangestellte (MFA), die überwiegend in der Pflege tätig sind, erhalten eine Zulage von 75 Euro monatlich.
  • KrankenpflegehelferInnen und MFA, die überwiegend auf den o.g. Spezialstationen in der Pflege tätig sind, erhalten eine Zulage von monatlich 50 Euro. MFA erhalten diese gegebenenfalls zusätzlich zur vorgenannten Zulage.
  • Nicht-hauptamtliche Praxisanleiter/innen erhalten eine Zulage von monatlich 50 Euro.
  • Chefarztsekretär/innen erhalten eine Zulage von monatlich 100 Euro.
  • Die bisher, nur für die Intensivpflege mögliche Zahlung einer regionalen Arbeitsmarktzulage von 150 Euro ist künftig im Einvernehmen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführungen für alle Berufsgruppen in allen Bereichen möglich.
  • Approbierte Diplom-Psycholog/innen erhalten eine monatliche Zulage von 600 Euro.

Neues Verfahren bei Höhergruppierungen

Künftig werden bei Höhergruppierungen die bereits erworbenen Stufenlaufzeiten bis zur Erlangung der nächsthöheren Stufe auch nach der Höhergruppierung berücksichtigt, d.h. die Höhergruppierung erfolgt unter Mitnahme der bereits absolvierten Tätigkeitsjahre.

Erhöhte Jahresprämie ab 2017

  • Die Jahresprämie wird um 100 Euro auf dann 1.600 Euro (bei Vollzeittätigkeit) angehoben.
  • Teilzeitbeschäftigte erhalten diese anteilig gemäß ihrem jeweiligen Beschäftigungsgrad. Zur Berechnung wird künftig der durchschnittliche Beschäftigungsgrad in den Monaten August bis Oktober vor Auszahlungstermin berücksichtigt.
  • Die bisherigen Besitzstände zur Absicherung höherer Jahressonderzahlungen oder Weihnachtsgelder bleiben erhalten.

Clearingstelle

Sollte es bei der Überleitung in die neue ab dem 1. November 2017 geltende Entgeltordnung und Entgelttabelle zu Konflikten zwischen Betriebsräten und Geschäftsführungen kommen, können diese eine paritätisch besetzte Clearingstelle anrufen. Beide Tarifvertragsparteien werden je 3 Vertreter/innen für die Clearingstelle benennen. Die Clearingstelle soll vor der Einleitung des Rechtsweges eingeschaltet werden.

Fazit

Schwerpunkt in dieser Tarifrunde war die Weiterentwicklung der bisherigen Entgeltordnung. Wichtige Verbesserungen konnten jetzt durchgesetzt werden, die für viele Beschäftigte zu einer besseren Bezahlung führen werden. Insgesamt wurde die EGO aktualisiert und wird so wesentlich transparenter werden. Mit der Einmalzahlung und den Tabellensteigerungen in diesem und nächstem Jahr in Summe von 4,5 % und einer Laufzeit von insgesamt 24 Monaten konnte der Anschluss an die Tarifentwicklung im Gesundheitswesen gehalten werden. Wichtig ist dabei auch die künftige Berücksichtigung der absolvierten Stufenlaufzeiten bei Höhergruppierungen. Damit wird es nicht mehr passieren, dass ich nach einer Höhergruppierung wesentlich länger bis zum nächsten Stufensprung tätig sein muss, als vorher.

Wie geht es weiter?

Die ver.di-Tarifkommission wird auf ihrer Sitzung am 7. Juni 2017 das Ergebnis beraten und darüber abstimmen.