Öffentlicher Dienst

Jetzt gilt's: Auf die Straße!

Tarifrunde in Bund und Kommunen

Jetzt gilt's: Auf die Straße!

In der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für Bund und Kommunen haben die Arbeitgeber zur Vergütung betrieblich-schulischer Auszubildender ein positives Signal gesetzt.
Menschen mit Banner ver.di Streik im Klinikum Frankfurt-Höchst

Läuft bei uns!

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ist bei den im Krankenhausfinanzierungsgesetz aufgeführten Gesundheitsberufen grundsätzlich bereit, eine tarifliche Regelung zu treffen, wenn die Refinanzierung geklärt ist. Das zeigt: Unsere Bewegung wirkt.

Charlette Magetu privat Charlette Magetu

»Diese drei Jahre in der Ausbildung sind für alle von uns eine schwierige Zeit – gerade für diejenigen, die eine eigene Wohnung haben und plötzlich ohne jede Vergütung auskommen müssen. Ich selbst arbeite abends und an Wochenenden als Tanzlehrerin und in den Ferien in einer Radiologie-Praxis. Dabei ist unsere Ausbildung extrem lernintensiv, da bleibt neben Arbeiten und Lernen kaum noch Zeit für etwas anderes. In meiner Schule sind die Leute Feuer und Flamme, das zu ändern. Als wir über Geld für unsere Ausbildung diskutiert haben, sind fast alle gleich in ver.di eingetreten. Wir wollen die Bezahlung aller schulischen Ausbildungsberufe – ob bei den Kommunen oder in den Ländern.« Charlette Magetu (24) macht eine Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Radiologieassistentin (MTRA) am Klinikum Nürnberg und ist dort Schulsprecherin.

Purer Luxus!

Nee nee, die Gesetzeslage ist eindeutig: Die Krankenkassen müssen die Vergütung der betrieblich-schulischen Auszubildenden grundsätzlich refinanzieren, sofern die Kliniken Träger oder Mittträger der Schule sind. Das hat das Bundesgesundheitsministerium mehrfach bestätigt: Eine tarifvertragliche Regelung zur Ausbildungsvergütung für die betrieblich-schulischen Ausbildungsgänge ist von den Kassen zu erstatten – sofern sie vereinbart wird. Es gibt also überhaupt keinen Grund, die Bezahlung weiter zu verweigern.

Florian Schmidt privat Florian Schmidt

»Bei uns im MTA-Kurs sind nur 15 Leute. Das sind viel zu wenige, um die Abgänge bei den MTAs auszugleichen. Kein Wunder. Schließlich ist es für viele undenkbar, eine dreijährige Ausbildung zu machen, ohne dabei einen Cent zu verdienen. In vielen Abteilungen heißt es, offene Stellen könnten nicht besetzt werden. Für mich bedeutet diese Situation, dass ich zusätzlich am Wochenende beim Rettungsdienst arbeiten muss – statt diese Zeit fürs Lernen zu nutzen oder mich einfach mal auszuruhen. Für meinen Kurs ist klar: An den anstehenden Warnstreiks wollen wir uns geschlossen beteiligen.« Florian Schmidt (21) macht eine Ausbildung zum Medizinisch-Technischen Radiologieassistenten (MTRA) am Klinikum Kassel.

Alles Bling Bling!

Dass Medizinisch-Technische Assistent/innen, Physiotherapeut/innen, Diätassistent/innen, Orthoptist/innen, Logopäd/innen und Ergotherapeut/innen künftig eine Vergütung bekommen, ist längst noch nicht sicher. Wie hoch sie sein wird, ist völlig offen. Deshalb ist jetzt der Moment, den Druck zu erhöhen und auf die Straße zu gehen. Am 15. und 16. April wird weiterverhandelt.

Weniger ist Wahnsinn!

Die betrieblich-schulischen Auszubildenden wollen endlich nicht mehr ohne Kohle dastehen. Das müsst ihr jetzt zeigen: Beteiligt euch an den Warnstreiks und Demonstrationen. Organisiert euch in ver.di. Denn wenn wir viele sind, können wir viel erreichen. Jetzt haben wir die historische Chance, Schluss zu machen mit #unbezahlt und pleite. Macht mit!

www.mitgliedwerden.verdi.de

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