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Tarifflucht!

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"Hände weg vom Kugelschreiber"

Achtung Tarifflucht! Frontalangriff auf Arbeitnehmerrechte.

Median will keine Tarifverhandlungen mehr führen. Das hat die Geschäftsleitung in einem Schreiben an die Gewerkschaft ver.di Anfang Mai deutlich gemacht. Sie begründet diese einseitig und ohne Not getroffene Entscheidung damit, das Unternehmen brauche »mehr Flexibilität«. Tatsächlich aber geht es vor allem um eines: Gewinnmaximierung. Ganz offensichtlich soll die Rendite auf Kosten der Beschäftigten gesteigert werden.

Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag rund um die Uhr eine engagierte und wichtige Arbeit machen. Ohne Tarifverträge sind die Beschäftigten der Willkür des Arbeitgebers ausgeliefert. Viele wollen sich das nicht gefallen lassen und wehren sich – gemeinsam mit den Betriebsräten und ihrer Gewerkschaft ver.di, in der sich bereits viele Beschäftigte organisiert haben und es werden täglich mehr!

Tarifverträge haben Vorrang

Das Betriebsverfassungsgesetz lässt keinen Zweifel. In §77, Absatz 3 heißt es: »Arbeitsentgelte und sonstige Arbeitsbedingungen, die durch Tarifvertrag geregelt sind oder üblicherweise geregelt werden, können nicht Gegenstand einer Betriebsvereinbarung sein.« Wo sich Beschäftigte gewerkschaftlich organisieren und ver.di das Unternehmen zu Tarifverhandlungen aufgefordert hat, sind Betriebsvereinbarungen zur Bezahlung nicht zulässig.

Und das ist auch gut so. Denn Betriebsräte können und sollen keine Tarifverhandlungen führen. Sie sind dem Betriebsfrieden verpflichtet und dürfen im Konfliktfall nicht zum Streik aufrufen. Verhandlungen auf Augenhöhe sind so undenkbar.

Betriebsräte und Gewerkschaft: Gemeinsam für gute Tarifverträge

Dennoch wurden Betriebsräte an mehreren Median-Standorten zu Verhandlungen über Entgeltordnungen aufgefordert. Damit sollen die Belegschaften und ihre Interessenvertreter gegeneinander ausgespielt werden.

Die Betriebsräte haben dem bereits eine Absage erteilt. Sie verlangen vom Management, umgehend an den Verhandlungstisch mit ver.di zurückzukehren. Die Gewerkschaft unterstützt und begleitet die Betriebsräte in diesen stürmischen Zeiten. Gemeinsam stehen wir für die Rechte der Belegschaft auf und für gute Arbeits- und Lohnbedingungen ein.

Gute Arbeit – Gutes Geld! Bessere Arbeits- und Einkommensbedingungen durch Tarifverträge.

Ohne Tarifverträge kann der Arbeitgeber die Löhne und Bedingungen einseitig diktieren. Der einzelne Beschäftigte kann sich dagegen kaum wehren. Wissenschaftlich ist nachgewiesen: Beschäftigte mit Tarifvertrag sind mit ihrer Arbeit und ihrer Bezahlung zufriedener als Kolleginnen und Kollegen ohne Tarifbindung. Sie verdienen im Durchschnitt rund 660 Euro mehr im Monat. Und das gilt keineswegs nur für untere Lohngruppen. Zudem erhalten Beschäftigte mit Tarif höhere Sonderzahlungen und bekommen öfter Lohnerhöhungen.

Hände weg vom Kugelschreiber 

Ohne Tarifverträge gibt es keine Sicherheit. Der Arbeitgeber muss nur noch die gesetzlichen Mindeststandards einhalten. Es besteht die Gefahr, dass sich die Bedingungen bei Median dramatisch in diese Richtung entwickeln. Deshalb Achtung: Hände weg vom Kugelschreiber! Wer nach der Kündigung von Tarifverträgen einer Änderung des Arbeitsvertrags zustimmt, kann den Schutz der Nachwirkung des Tarifvertrages verlieren. Lasst euch beraten, bevor ihr etwas unterschreibt! ver.di-Mitglieder haben darüber hinaus umfassenden Rechtsschutz. Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Nicht nur deshalb ist es ratsam, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Nur gemeinsam können wir diesen Frontalangriff auf unsere Rechte zurückschlagen. Beschäftigte, Betriebsräte und ver.di ziehen an einem Strang. Mach mit!