KfH

Mehr Geld und Entlastung

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Mehr Geld und Entlastung

Nach vorangegangener Diskussion hat die ver.di Tarifkommission im KfH am 15. Dezember 2017 die Forderungen zur anstehenden Tarifrunde beschlossen. Vorab sind zahlreiche Vorschläge an die Tarifkommission adressiert worden, von denen Viele in dem beschlossenen Forderungspaket aufgenommen wurden. Zwei wesentliche Ziele will die Tarifkommission bei diesen Tarifverhandlungen erreichen: Mehr Geld und Maßnahmen, die zu einer spürbaren Entlastung und Gesundheitsförderung der Kolleginnen und Kollegen führen.

Am 6. Februar 2018 haben die Tarifverhandlungen in Frankfurt begonnen. Die Verhandlungskommission hat das Forderungspaket wie beschlossen vorgestellt und begründet.

ver.di fordert zur Vergütungssteigerung eine Anhebung der Tabellenwerte in allen Gruppen und Stufen um einheitlich 250,- Euro monatlich. Darüber hinaus sollen die Zuschläge für Nachtarbeit, Rufbereitschaft und der Fahrgeldzuschuss angehoben werden. Die Ausbildungsvergütungen sollen überproportional um 150,- Euro monatlich steigen.

Damit erreicht werden soll zweierlei: die Beschäftigten sollen ein starkes Signal der Motivation erhalten. Sie haben sich das mit ihrer Arbeit und mit ihrer Leistung mehr als verdient. Darüber hinaus soll der Gehaltstarifvertrag dazu dienen, das KfH als attraktiven Arbeitgeber beim Ringen um Fachkräfte darzustellen. Das erscheint angesichts der Tatsache, dass bundesweit dutzende freie Stellen nicht besetzt werden können, dringend geboten.

Der zweite Forderungskomplex ist Ausdruck eines dramatischen Hilferufes der Kolleginnen und Kollegen: Wir brauchen Maßnahmen zur Bewältigung des Demografischen Wandels und zum Gesundheitsschutz, die zu einer spürbaren Entlastung im Arbeitsalltag führen. Immer mehr und immer pflegeintensivere Patienten, bei immer weniger Personal, dass gleichfalls älter wird, machen diese Regelungen notwendig.  Eine Krankenquote von bis zu 13% in den Zentren (der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt liegt aktuell bei weniger als der Hälfte) zeigt die dramatische Belastung vor Ort. Ein Alarmsignal!

Konkret wollen wir einen festen Personal-Patientenschlüssel vereinbaren. Wir wollen erreichen, dass das „Holen aus dem Frei“ seltener wird und dann mit einer Entschädigungszahlung von 100,- Euro bezahlt wird. Für ältere Beschäftigte muss es eine Möglichkeit geben, ihre Arbeitszeit ohne Einbußen beim späteren Rentenbezug zu reduzieren. Über einen Gesundheitsfond sollen Kolleginnen und Kollegen einen Zuschuss erhalten, wenn sie sich an Maßnahmen der Gesundheitsförderung beteiligen.

Und die Arbeitgeber???

Zunächst haben sie uns vorgerechnet, dass das alles viel zu teuer sei und wir das KfH ruinieren würden. Dafür sollen wir doch bitte „Verständnis“ aufbringen und unsere Forderungen entsprechend reduzieren.

Dass das KfH in der Vergütung attraktiver werden soll, sehen auch die Arbeitgeber. Konkret verbessern sollen sich die Vergütungen für Führungskräfte. Eine Erhöhung um einen Festbetrag lehnen sie daher ab.

Die Ausbildungsvergütungen sollen auch steigen, jedoch nicht um den von uns geforderten Betrag.

Danach folgte eine Darstellung, was das KfH als „verantwortungsvoller Arbeitgeber“ heute bereits zur Gesundheitsförderung der Beschäftigten unternimmt. Das müsse berücksichtigt werden. Auch über einen Zuschuss zu einem „Gesundheitsfond“ oder über Maßnahmen zur Reduzierung des Einspringens aus dem Frei könne man reden.

Alle weiteren Forderungen von uns dazu sind jedoch überzogen, viel zu teuer und würden gleichfalls das KfH ruinieren…Dafür müssten wir doch „bitteschön“ Verständnis mitbringen…!

„ …bringen wir aber nicht!“

Wir werden mit unseren Tarifforderungen nicht „das KfH ruinieren“. Wir wollen sicherstellen, dass die Arbeit im KfH nicht länger die Gesundheit der Beschäftigten „ruiniert“. Arbeiten mit Patientinnen und Patienten - mit schwerstkranken Menschen – unter Bedingungen wie am Fließband führt zu extremen physischen und psychischen Belastungen. Diese müssen endlich angemessen honoriert werden. Mit geeigneten Maßnahmen müssen die Beschäftigten Entlastung im Arbeitsalltag erfahren.

Wenn Entlastungsmaßnahmen helfen können, dass die KollegInnen weniger krank werden und ihre Arbeit gesund bis zum Rentenalter ausüben können, ist Allen Beteiligten geholfen. Am Ende kann das KfH dann auch noch viel Geld sparen!

Die Tarifverhandlungen werden am 22. Februar und am 09. März 2018 fortgesetzt.