Internationaler Bund

Tarifverhandlungen wieder aufgenommen

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Tarifverhandlungen wieder aufgenommen

Am 23. und 24. Januar 2017 wurden nach einer Unterbrechung von vier Monaten die Tarifverhandlungen über einen konzernweiten Entgelttarifvertrag einschließlich der Tätigkeitsmerkmale fortgesetzt. Die Unterbrechung war notwendig geworden, weil die Arbeitgeber nicht für Kolleginnen und Kollegen in SGB II und III Maßnahmen verhandeln wollten. Diese Entscheidung wurde nun durch die Arbeitgeber korrigiert. Damit haben sie den Weg frei gemacht, endlich inhaltlich in die Tarifverhandlungen einzusteigen.

In konstruktiven, in der Sache aber harten Gesprächen, wurde in der zweiten Verhandlungsrunde über die zukünftige Struktur eines neuen Entgelttarifvertrages gerungen. Die Arbeitgeber haben vorgeschlagen, zukünftig sechs Entgelttarifverträge für den IB zu vereinbaren. Nur so sei aus ihrer Sicht den regionalen und finanziell unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der einzelnen Gesellschaften des IB Rechnung zu tragen. Die Struktur und die Tätigkeitsmerkmale sollen dabei in allen Tarifverträgen jeweils identisch, die Entgelte aber jeweils unterschiedlich sein.

Diesem Strukturvorschlag können wir nicht folgen, da in der Zukunft die Tarifverträge u.a. eigenständig kündbar wären und die Arbeitsbedingungen sich in den jeweiligen Gesellschaften eigenständig entwickeln könnten. Damit gäbe es wieder völlig unterschiedliche Regelungen in jeder Gesellschaft einschließlich des e.V. Damit muss endlich Schluss sein. Unser Ziel ist EIN Tarifvertrag, der für alle Gesellschaften gilt. Hinzu kommt, dass der IB außer Tabellenentgelten und den Tätigkeitsmerkmalen nichts weiter regeln will. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollen somit nach dem Vorschlag des IB nicht Teil des Tarifvertrages werden.

In der Verhandlungskommission haben wir intensiv beraten, wie wir unsere konträren Positionen: sechs Tarifverträge, wie es die Arbeitgeber, oder ein Tarifvertrag, einschließlich Regelungen zu Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld, wie es ver.di und GEW wollen – zusammenbringen können. Wir haben das Ziel, in diesem Jahr endlich die Tarifverhandlungen zu beenden. Es ist daher wichtig, zügig voran zu kommen. Aus diesem Grund hat sich die Verhandlungskommission entschieden, den Arbeitgebern einen Kompromiss anzubieten, der beiden Seiten ein weinendes und lachendes Auge beschert. Diesen Vorschlag wollen die Arbeitgeber nun intern beraten und uns vor dem nächsten Verhandlungstermin im März eine Rückmeldung geben.

Dieser Vorschlag sieht folgendermaßen aus:

Es gibt einen Tarifvertrag für alle Organisationseinheiten. Dieser Tarifvertrag enthält eine Basisentgelttabelle die auch für alle Organisationseinheiten gilt. Die Basistabelle soll dabei ein Niveau von über 90 % der Entgelttabelle des TVöD haben. Der Tarifvertrag und die Basisentgelttabelle sind nur insgesamt durch alle Organisationseinheiten des IB kündbar. Zusätzlich können für die Organisationseinheiten Entgelttabellen oberhalb der Basistabelle vereinbart werden. Diese können jeweils auch für die jeweiligen Organisationseinheiten kündbar gestellt werden bzw. separat verhandelt werden.

Es liegt nun an den Arbeitgebern, ob wir auf dieser Grundlage zügig weiter verhandeln können.

Weiterhin haben wir die Arbeitgeber aufgefordert, mit uns über eine Entgelterhöhung für die Beschäftigten im Bereich SGB II und III zu verhandeln, deren Gehalt über dem Mindestlohn in der Weiterbildung liegt. Hier haben wir eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro gefordert.