Helios

Armer reicher Konzern?

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Armer reicher Konzern?

Gleich in der ersten Verhandlungsrunde am 30. januar 2017 hat die Arbeitgeberseite erklärt, über eine Reihe von Forderungen der Beschäftigten nicht verhandeln zu wollen: Keine 100 Prozent-Jahressonderzahlung, keine Ost/West Angleichung in der Arbeitszeit und keine Erhöhung des Urlaubes für Auszubildende. Über die zeitgemäßen Eingruppierungen möchte der Arbeitgeber nur verhandeln, wenn wir zusagen, dass ein Teil der Mitarbeiter/innen ein geringeres Entgelt erhält. Nicht alle Mitarbeiter/innen sollen also von einer neuen Eingruppierung profitieren, also künftig ein höheres Entgelt bekommen.

Es sei es für die Arbeitgeberseite nicht vorstellbar, über diese Forderungen zu verhandeln, solange ver.di die entsprechenden Tarifverträge nicht gekündigt habe.  

Unsere Forderungen: 

  • Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent
  • Jahressonderzahlung von 100 Prozent des Monatsentgelts
  • Ost-West-Angleichung
  • Erhöhung der Entgelte für Auszubildende um 100 Euro
  • 30 Tage Erholungsurlaub für Auszubildende
  • Aufnahme von Verhandlungen über eine Entgeltordnung analog des Tarifvertrags öffentlicher Dienst (TVöD)
  • Laufzeit 12 Monate

Tarifverträge weiter zu entwickeln, auch wenn sie von keiner Tarifvertragspartei gekündigt sind, ist bei anderen Arbeitgebern alltäglich. Auch die neue Eingruppierung für Gesundheitsberufe in kommunalen Kliniken wurde mit den öffentlichen Arbeitgebern im ungekündigten Zustand verhandelt.

Mit dieser Anforderung riskieren die Arbeitgeber maximale Verunsicherung und Unruhe in den Kliniken, da nach einer Kündigung von Tarifverträgen z.B. neu eingestellte Mitarbeiter/innen zu schlechteren Bedingungen beschäftigt werden können. Auch die heute schon Beschäftigten könnten gedrängt werden, schlechtere Arbeitsverträge abzuschließen. Das ist keine Option für ver.di.

Für die nächste Verhandlungsrunde wurde ein Angebot für eine mögliche Entgelterhöhung angekündigt. Für Empörung sorgte auf ver.di-Seite der Versuch der Arbeitgeber, einen Keil zwischen die Auszubildenden und die Beschäftigten zu treiben. Dass für die Auszubildenden 100 € mehr gefordert werden, hat die ver.di-Tarifkommission einstimmig beschlossen. Klar war dabei allen, dass diese Forderung bis zu 11 Prozent der Auszubildendenentgelte beträgt und dabei höher ist als die 6 Prozent Forderung für die übrigen Beschäftigten.

Helios erklärte, der Konzern sei außer Stande, die Mehrkosten einer Eingruppierung und Überleitung sowie die additiv weitere lineare Tarifsteigerung zu tragen. Helios verwies auf ein Schreiben aus 2010 an ver.di, in dem sie das schon damals erklärt haben. Das verwundert, schließlich hat Helios-Eigentümer Fresenius in 2015 rund 1,4 Mrd. Euro Gewinn verzeichnet. Allein Helios machte 480 Mio. Euro Gewinn. 

Armer reicher Helios-Konzern ...

Die Verhandlungen werden am 15. Februar 2017 fort gesetzt.  

 

„Keine Unterschiede mehr zwischen gleicher Arbeit! Solidarität mit den Mitarbeitern der „Ost“Kliniken!“

Die bislang gesammelten Unterschriften zur Unterstützung der Forderung nach einer Ost/West-Anpassung „Keine Unterschiede mehr zwischen gleicher Arbeit! Solidarität mit den Mitarbeitern der „Ost“Kliniken!“ haben wir an die Arbeitgeber übergeben.