AWO

Tarifeinigung bei der AWO NRW

AWO NRW

Tarifeinigung bei der AWO NRW

  • Tariferhöhung in zwei Schritten - 2,35% ab 01.01.2017 und 2,4% ab 01.11.2017
  • Weitere Einkommensverbesserungen für pädagogische Fachkräfte, Kita-Leitungen und Pflegefachkräfte
  • Verhandlung über eine neue Entgeltordnung (EGO) verbindlich vereinbart
  • Erhöhung der Vergütungen für alle Auszubildenden – 35 Euro ab 01.01.17 und 30 Euro ab 01.11.2017
  • Verhandlungsoption für den OGS-Bereich
  • ver.di-Vorteilsregelung: 2 zusätzliche freie Tage

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in der 4. Verhandlungsrunde der Tarifverhandlungen AWO NRW 2016/17 konnten wir eine Tarifeinigung erzielen.
Ihr findet des vollständigen Text des Einigungspapiers im Anhang zu dieser Nachricht.

Wir haben noch einmal intensiv verhandelt.

Laufzeit

ver.di forderte eine Verkürzung der Laufzeit auf den 30.09.2018. Die Arbeitgeber traten mit einer Verlängerung der Laufzeit auf den Plan. Statt 30.11.2018 sollte es der 31.12.2018 sein. Geeinigt haben wir uns auf eine Laufzeit vom 01.12.2016 bis zum 30.11.2018 (24 Monate). Die ursprünglich von den Arbeitgebern geforderten 27 Monate Laufzeit konnte ver.di schon in der 3. Runde abwehren.

Mehr zusätzlich freie Tage für ver.di-Mitglieder

ver.di forderte mehr als zwei zusätzliche freie Tage für ver.di-Mitglieder in der Laufzeit. Die Arbeitgeber wollten gar keine ver.di-Vorteilsregelung, mussten aber schon in der 3. Runde zwei Tage anbieten, sonst wären wir nicht weiter gekommen. Geeinigt haben wir uns auf zwei Tage, je ein Tag für 2017 und 2018. Diese zusätzlichen freien Tage sollen alle ver.di-Mitglieder bekommen, die in der Zeit von der Tarifeinigung bis zum 31.05.2017 ver.di-Mitglieder sind (oder werden) und ihre Mitgliedschaft nachweisen. Das heißt, nur wer noch bis zum 31.05.2017 ver.di Mitglied wird, sichert sich die zwei freien Tage! Danach ist der Zug für diese Laufzeit abgefahren! Es wird wieder Mitgliedsbescheinigungen von ver.di geben. Aber erst, wenn der Tarifabschluss da und der Tarifvertrag fertig ist.
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Höhere Bezahlung für pädagogische Fachkräfte

ver.di forderte eine höhere Bezahlung für alle pädagogischen Fachkräfte, die heute in der EG 6 eingruppiert sind und die Zulage erhalten, durch einen Höhergruppierung in die EG 8. Die Arbeitgeber wollten nur die pädagogischen Fachkräfte in Kitas höhergruppieren. Geeinigt haben wir uns auf die Höhergruppierung aller pädagogischen Fachkräfte, die heute in der EG 6 eingruppiert sind und die Zulage erhalten! Die Zulage entfällt. Hier hat sich ver.di durchgesetzt und maßgebliche Einkommenssteigerungen für viel mehr Kolleginnen und Kollegen erreicht, als die Arbeitgeber wollten. Das Prinzip „Gleiche Arbeit, Gleicher Lohn“ gilt wieder stärker, unabhängig vom Einstellungsdatum.

Tarifliche Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit im OGS-Bereich

Das war erneut ein großes Thema. Am Morgen hat eine Delegation von OGS-Beschäftigten den Arbeitgebern mit einer Resolution und vielen Plakaten, mit denen sie den Flur und die Eingangstür zum Arbeitsraum der Arbeitgeber „tapeziert“ haben, eindringlich deutlich gemacht, dass sie jetzt endlich eine Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit erwarten. Das hat zwar nicht zum Durchbruch geführt, aber doch geholfen. Wir haben jetzt eine Verhandlungsoption für Einkommenssteigerungen im OGS-Bereich auch während der Laufzeit der Tarifreglungen 2017-2018! Voraussetzung ist die Verbesserung der Finanzierung im OGS-Bereich in NRW. ver.di weiß, das bringt jetzt kein Geld ins Portemonnaie, zumal die OGS-Fachkräfte von den Regelungen zur Höhergruppierung nicht erfasst werden. Angesichts der totalen Blockade der Arbeitgeber ist die Verhandlungsoption aber ein wichtiger erster Schritt. Jetzt kommt es darauf an, dass sich die Beschäftigten im OGS-Bereich deutlich stärker in ver.di organisieren. Nur dann gewinnen wir Durchsetzungskraft und werden endlich Gerechtigkeit herstellen können.

 Neue Tabellenwerte für Kita-Leitungen und Altenpflege / Sicherung der allgemeinen Tariferhöhung

Befristung der Regelung bis zum Inkrafttreten der neuen EGO

Die Kita-Leitungen bleiben in ihrer jetzigen Eingruppierung (Entgeltgruppe)  und erhalten die allgemeine Tariferhöhung auf die entsprechenden Tabellenentgelte. Zusätzlich gibt es höhere Monatstabellenentgelte auf der Basis von Unterstellungsverhältnissen in der Kita. Sind die Voraussetzungen erfüllt (Zahl der Unterstellten), werden diese höheren Werte gezahlt. In der Tarifeinigung steht dazu: „erhalten mindestens folgende Tabellenwerte“.

Die Fachkräfte in der Altenpflege (KR 7a und höher) bleiben in ihrer jetzigen Eingruppierung. Die Monatsentgelte (Tabellenwerte)  der KR-Anwendungstabelle kommen jetzt aber aus der neuen „Pflegetabelle“ (P-Tabelle) des TVöD kommunal. Einige dieser Werte erreichen die allgemeine Einkommenserhöhung (4,75%) nicht. Diese Werte werden angepasst, sodass die allgemeine Einkommenserhöhung erreicht wird. Den in der 3. Runde angedachten Plan, in 2018 noch einmal für die Pflege zu verhandeln (3.Erhöhungsschritt) haben wir verworfen. Das hätte in etlichen Fällen zu Einkommensverlusten geführt.

Beide Regelungen (Kita-Leitungen und Pflegefachkräfte) gelten zeitlich befristet bis zum Inkrafttreten der neuen Entgeltordnung.

Entgeltordnung

Die neue Entgeltordnung wird ab April 2017 verhandelt und soll zum 01.01.2018 in Kraft gesetzt werden.

Um Vorgriffe auf die neuen Eingruppierungen zu vermeiden, müssen wir bei der Erhöhung der Entgelte für die Kita-Leitungen und Pflegefachkräfte einen etwas komplizierten Weg gehen. Das ist der Grund für die eben beschriebenen besonderen Tabellenwerte.

Wichtig für ver.di: wir können die Tarifregelungen zur Eingruppierung vorzeitig zum 31.03.2018 kündigen. Das heißt, wenn wir uns mit den Arbeitgebern nicht einig werden und stark genug sind, könnten wir einen Arbeitskampf für eine gute Entgeltordnung führen.

Wegfall sachgrundlose Befristungen

Auch darüber wurde noch einmal länger gesprochen, obwohl die Arbeitgeber es nicht wollten. ver.di hat auf die neuesten politischen Entwicklungen hingewiesen. Es könnte sein, dass die Möglichkeiten für sachgrundlose Befristungen durch eine neue Bundesregierung nach der Bundestagswahl 2017 gestrichen oder stark eingeschränkt werden. Sichere Arbeitsplätze, unbefristet, sind ein hohes Gut. Arbeitgeber, die das bieten, gewinnen und halten Beschäftigte. Letztlich konnten wir hier keine Fortschritte erzielen. Die Arbeitgeber blieben bei ihrer kategorischen Ablehnung.

Einen Sockelbetrag bei der Tarifsteigerung als soziale Komponente konnten wir erneut nicht vereinbaren. Dafür hat uns die Durchsetzungskraft gegen die vollständige und harte Ablehnung der Arbeitgeber gefehlt. Das müssen wir uns eingestehen.

Am Ende hat die ver.di-Verhandlungskommission dem Einigungspaket einstimmig zugestimmt. Die ver.di-Tarifkommission wird am Montag, den 13.03.2017, über die Tarifeinigung beraten. Danach werden die ver.di Mitglieder in Versammlungen befragt.

Erst wenn die ver.di-Mitglieder und ihre Tarifkommission der Einigung zugestimmt haben wird daraus ein Tarifabschluss!

In der Tarifeinigung wurde eine Erklärungsfrist bis zum 10.04.2017 vereinbart. Das heißt, bis zu diesem Datum können beide Tarifparteien die Einigung widerrufen.

Wichtig: die in der Tarifeinigung abgedruckten Entgelttabellen sind noch fehlerhaft und werden von den Tarifparteien korrigiert!

Ein Tarifinfo für alle Beschäftigte bei der AWO in NRW wird nach der Tarifkommissionssitzung heraus gegeben.