AMEOS

AMEOS – nicht mit, sondern gegen die Beschäftigten

Psychiatrie

AMEOS – nicht mit, sondern gegen die Beschäftigten

AMEOS ist eine Unternehmensgruppe, die Gesundheitseinrichtungen überwiegend in Deutschland betreibt, ihren Sitz aber in der Schweiz hat. Konsequent wird darauf geachtet, dass alle Unternehmensteile unter 2.000 Mitarbeiter/innen bleiben und als eigenständige Einheiten fungieren – und damit die deutsche Unternehmensmitbestimmung unterlaufen wird. Es gibt weder einen Konzernbetriebsrat noch einen Aufsichtsrat.

Bei einer Unternehmensgruppe mit ungefähr  12.000 Mitarbeiter/innen an 38 Standorten, mit  etwa 8.000 Betten/Plätzen in insgesamt 68 Einrichtungen wäre das nach deutschem Recht ohne Tricks eigentlich nicht möglich.

Die derzeitige Bilanzsumme der AMEOS Gruppe beträgt nach eigenen Angaben rund 870 Mio. Euro, die Erlöse rund 740 Mio. Euro.

Der überwiegende Teil des AMEOS-Konglomerats sind Krankenhäuser (48 Einrichtungen), AMEOS betreibt aber auch Pflege- und Eingliederungseinrichtungen.  AMEOS galt längere Zeit vor allem als Psychiatrie-Konzern. Inzwischen betreibt das Unternehmen aber auch zahlreiche Akutkrankenhäuser. Wurden eine gewissen Zeit lang, sehr viele Einrichtungen erworben, so haben inzwischen die Neuakquisitionen nachgelassen. Nicht zuletzt auch, weil öffentliche Eigentümer aufgrund starker Kritik am Umgang mit Personal nach den Privatisierungen zurückhaltender geworden sind, ihre Einrichtungen an AMEOS abzugeben.

Neu erworbene Einrichtungen werden so schnell wie möglich in die AMEOS-Struktur integriert. Die Unternehmensphilosophie ist, die jeweiligen Häuser durch hohe Auslastung, Spezialisierung und Vernetzung möglichst schnell profitabel zu machen. Vernetzung bedeutet dabei die Auslagerung aller Service- und Verwaltungsbereiche in regionale Tochtergesellschaften. Das Integrationskonzept sieht vor, diese Prozesse innerhalb der ersten 100 Tage nach Übernahme in Gang zu setzen – gegenüber den Beschäftigten kommt dies einer Überrumpelungstaktik gleich.

Die Tariflandschaft bei AMEOS ist stark zersplittert, das Unternehmen widersetzt sich zum Teil tariflichen Regelungen. Einen einheitlichen Konzerntarifvertrag gibt es nicht. In harten Auseinandersetzungen wurden 2014 in den Psychiatrischen Fachkrankenhäusern Osnabrück und Hildesheim Verhandlungen erzwungen und in diesen eine Anbindung an den TVöD erreicht. In anderen Häusern gelten andere Haustarifverträge, einige sind auch gänzlich tariflos.  

Als privater, profitorientierter Anbieter strebt AMEOS Einsparungen vor allem beim Personal an, das als größter „Kostenfaktor“ gilt. Dafür nutzt der Konzern zahlreiche Strategien: Von der Ausgliederung immer weiterer Servicebereiche in tariflose Tochtergesellschaften, die beständig umstrukturiert werden, bis zum massiven Einsatz von schlechter bezahlten Leiharbeiter/innen aus der unternehmenseigenen Leiharbeitsfirma in der Pflege. Betriebsrät/innen, die sich dem konsequent widersetzen, haben es bei AMEOS schwer. In zahlreichen Auseinandersetzungen wurde AMEOS wiederholt Unions Busting und betriebsratsfeindliches Handeln vorgeworfen.

ver.di bietet Betriebsräten und aktiven Gewerkschaftsmitgliedern an, sich zu vernetzen, um gemeinsam für gute Arbeitsbedingungen und für eine gute Patient/innenversorgung bei AMEOS einzutreten.