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Broschüre: ver.di im Sozial- und Erziehungsdienst

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Broschüre: ver.di im Sozial- und Erziehungsdienst

Die Broschüre "ver.di - Die starke Gemeinschaft im Sozial- und Erziehungsdienst" lässt die Beschäftigten zu Wort kommen: Was macht das Arbeitsfeld aus? Was muss sich ändern? Warum ver.di?
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Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst verdienen Anerkennung

»Ich arbeite gerne mit Menschen.« So begründen Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes meist ihre Berufswahl. Ob bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen – immer geht es darum, sich auf den jeweiligen Menschen einzulassen. Und wenn die gesellschaftlichen Probleme wie soziale Ungleichheit, Armut und Ausgrenzung zunehmen, müssen die Beschäftigten täglich damit umgehen.

Die Anforderungen an ihre Arbeit steigen kontinuierlich – ob beim Thema Inklusion, bei der frühkindlichen Bildung oder der Integration von Geflüchteten. Die qualifizierten Beschäftigten in Kindertagesstätten, in der offenen Jugendarbeit, in Beratungsstellen, Kinderheimen, Jugendämtern, in der Behindertenhilfe, der Schulsozialarbeit und in Krankenhäusern engagieren sich professionell für ihre Mitmenschen.

Sie arbeiten als Erzieher/innen, Sozialarbeiter/innen, Heilerziehungspfleger/innen, Sozialassistent/innen, sie sind in der Verwaltung, als Küchenkräfte oder Hausmeister/innen tätig. All diese und weitere Berufe tragen dazu bei, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu bewahren. Sie sind unverzichtbar und haben Wertschätzung und Respekt verdient – nicht nur in Sonntagsreden, sondern im Alltag.

Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst brauchen bessere Arbeits- und Rahmenbedingungen

In Deutschland sind die individuellen Chancen von Geburt an extrem ungleich verteilt. So hat die soziale Herkunft immer noch entscheidenden Einfluss auf den Bildungserfolg ebenso wie auf das Einkommen und das gesundheitliche Wohlbefinden. Um diese Ungerechtigkeiten zumindest zu verringern, ist eine qualitativ gut ausgebaute soziale Infrastruktur notwendig – von der frühkindlichen Bildung in den Kitas über Schulsozialarbeit bis hin zu Freizeitangeboten und Jugendzentren, aber auch spezialisierten Jugendhilfeangeboten. Dafür braucht es gute und sichere Arbeitsbedingungen.

Denn wie sollen Sozialarbeiter/innen in der Jugendarbeit Vertrauen und Kontinuität entwickeln, wenn sie selbst sich von einem befristeten Arbeitsvertrag zum nächsten hangeln? Wie können Kinder und Jugendliche in einer guten Atmosphäre betreut werden, wenn die Einrichtungen baufällig und chronisch unterfinanziert sind? Wie kann frühkindliche Bildung gelingen, wenn es in Kitas an Zeit und Personal fehlt?

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Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst brauchen gute Ausbildung

Neben genug Personal und guten Arbeitsbedingungen bestimmt die Ausbildung maßgeblich die fachliche Qualität der Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst. Schließlich sind die Lernenden von heute die Fachkräfte von morgen. Ob der Fachkräftebedarf in Zukunft gedeckt werden kann, hängt neben der Attraktivität der sozialen Berufe entscheidend von einer guten Ausbildung qualifizierter Fachkräfte ab. Dafür braucht es einen deutlichen Ausbau der Ausbildungskapazitäten sowie gute Ausbildungsbedingungen, die die Fachkräfte auf die gestiegenen Anforderungen und Herausforderungen ihres Arbeitsfeldes vorbereiten.

Junge Fachkräfte können nur dann gewonnen und gehalten werden, wenn ihnen attraktive Perspektiven im Beruf geboten werden. Erforderlich ist deshalb auch ein koordiniertes Gesamtkonzept für die Aus-, Fort- und Weiterbildung, in dem die Durchlässigkeit und Aufstiegsmöglichkeiten von zentraler Bedeutung sind.

Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst brauchen Entlastung und mehr Personal

Damit Kinder, Jugendliche und Klient/innen optimal betreut und Beschäftigte nicht durch ihre Arbeit krank werden, braucht es genug Zeit und Personal. In der frühkindlichen Bildung muss ein Kita-Qualitätsgesetz eine bundesweit einheitliche Fachkraft-Kind-Relation garantieren. Selbstverständlich müssen Fehlzeiten wegen Urlaub, Krankheit und Fortbildungen darin ebenso berücksichtigt werden wie Zeiten für Vor- und Nachbereitung. Laut wissenschaftlichen Empfehlungen sollte bei unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich sein, ab drei Jahren für rechnerisch maximal acht Kinder. Auch in der Jugendhilfe muss die Zahl der Fälle pro Fachkraft gesetzlich begrenzt werden, um Überlastung zu verhindern.

Fest steht: Die Zahl der benötigten Fachkräfte im Sozial- und Erziehungsdienst wird weiter stark steigen. Allein in den Kitas werden Prognosen zufolge bis 2025 über 320.000 zusätzliche pädagogische Fachkräfte gebraucht. Um diesen Bedarf zu erfüllen, müssen die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst attraktiver werden. Das heißt vor allem: Aufwertung durch höhere Bezahlung, gute und gesunde Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie eine bundesweite Ausbildungsoffensive.

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»Auch Menschen mit Behinderung müssen die Chance haben, einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachzugehen. Die Beschäftigten in der Behindertenhilfe sind die Fachkräfte, die das ermöglichen. Das Ziel der Inklusion verändert auch die Werkstätten. 30 Prozent derjenigen, die wir betreuen, sind in anderen Betrieben tätig. Diejenigen, die in der Werkstatt bleiben, brauchen in der Regel mehr Hilfe, zum Beispiel beim Essen oder bei Toilettengängen. Das ist schon eine deutliche Mehrbelastung. Schließlich muss auch die Produktion laufen und qualitativ hochwertig sein. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, dass der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) überall gilt und alle Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung in die S8b eingruppiert werden. Im Moment bekommen einige bis zu 500 Euro im Monat weniger als andere. Dabei tragen sie die gleiche Verantwortung und machen dieselbe Arbeit. Das muss sich ändern.« Manfred Roolf ist Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung (FAB) bei den Elbe Werkstätten Hamburg.

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Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst brauchen weitere Aufwertung

2009 und 2015 haben die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst kreativ und entschlossen für die tarifliche Aufwertung ihrer Berufe gestreikt. In einigen Bereichen haben sie deutliche Verbesserungen durchgesetzt. Vor allem aber konnten sie die Öffentlichkeit für ihre Sache gewinnen. In der Gesellschaft ist heute klar, welche Bedeutung der Sozial- und Erziehungsdienst und speziell die frühkindliche Bildung haben. Die Forderung nach guten Arbeitsbedingungen und besserer Bezahlung findet breite Unterstützung.

Klar ist: Die Aufwertung der Sozialen Berufe bleibt auf der Agenda. Um sie weiter voran zu treiben, müssen wir noch mehr Kraft entwickeln. Dafür brauchen wir dich!

»Als Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in der Familienhilfe haben wir eine Garantenstellung. Wir tragen große Verantwortung dafür, eine Gefährdung des Kindeswohls zu verhindern. Doch in der Bezahlung schlägt sich das nicht nieder. Die nachhaltige finanzielle Aufwertung dieser Tätigkeiten steht noch aus, da haben wir 2015 noch nicht genug erreicht.« Felicitas Traudes ist Sozialpädagogin bei der AWO Perspektiven gGmbH Hessen-Süd.

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Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst brauchen gute Tarifverträge

Während die Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst zu den vergleichsweise guten Regelungen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) arbeiten, sind zigtausende ihrer Kolleginnen und Kollegen bei freien Trägern schlechter gestellt. Etliche arbeiten unter prekären Bedingungen und haben keinerlei tarifliche Absicherung. Das wollen wir ändern! Auch kirchliche Arbeitgeber dürfen sich der berechtigten Forderung der Beschäftigten nach Tarifverträgen nicht länger verschließen.

ver.di streitet für gute Tarifverträge auch bei den Wohlfahrtsverbänden. Unser Ziel ist es, das Niveau des TVöD flächendeckend zum Standard zu machen. Denn die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst sind richtig was wert!

Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst brauchen eine starke Gewerkschaft

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ist die starke Gemeinschaft der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Gemeinsam streiten wir für bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen und dafür, dass Soziale Arbeit die Wertschätzung erhält, die sie verdient. Egal bei welchem Arbeitgeber du angestellt bist, ob du noch studierst oder eine Ausbildung machst – bei ver.di findest du Spezialist/innen für dein Fachgebiet. Du kannst dich vor Ort, im Betrieb und überregional einbringen. Im ver.di-Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen engagiert sich die Bundesfachkommission Sozial- und Erziehungsdienst für die Belange deines Berufs.

»Unsere Kita war beim Streik 2015 zwei Wochen lang geschlossen. Wir haben gezeigt: Streiks in kirchlichen Einrichtungen sind möglich. Wenn sich noch mehr Beschäftigte von Diakonie und Caritas organisieren, können wir viel mehr durchsetzen. Warum wollen Kirchen keine Tarifverhandlungen führen? Aufwertung und Entlastung ist hier ebenso nötig wie anderswo. Manche Einrichtungen sind seit Jahren unterbesetzt, weil es nicht genug Personal gibt. Das wird sich nur ändern, wenn der Beruf attraktiver wird.« Nadia Rezgui ist Erzieherin in der evangelischen Kita »Sonnenland« in Ludwigshafen.

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»Wir machen dieselbe Arbeit wie unsere Kolleginnen und Kollegen in den Kommunen. Dennoch verdienen wir weniger. Auch deshalb können unheimlich viele Stellen nicht besetzt werden. Die Fachkräfte gehen eben lieber dahin, wo sie angemessen bezahlt werden. Auch bei freien Trägern muss überall das Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) gelten. Um das zu erreichen, müssen wir uns organisieren – in ver.di, der Gewerkschaft, die die Tarifverhandlungen führt. Wenn viele bereit sind, für ihre Interessen auf die Straße zu gehen, können wir etwas durchsetzen. In unserem AWO-Bezirk klappt das immer besser.« Rita Lahme ist Erzieherin in einer Kita der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Sauerland.

Dafür stehen wir:

  • Richtig was wert – gerechter Lohn für gute Arbeit: Die Arbeit, die die Beschäftigten der Sozialen Dienste täglich leisten, ist in unserer Gesellschaft unentbehrlich – das muss sich auch in der Anerkennung ihrer Leistung widerspiegeln. Darum ist unser Ziel eine Bezahlung auf dem Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) im gesamten Sozial- und Erziehungsdienst und darüber hinaus die weitere Aufwertung der Berufsgruppen.
  • Zukunftsfähige Gestaltung der Kinder- und Jugendhilfe: Stärkung der Garantenstellung – Kinder- und Jugendhilfe istkeine freiwillige Leistung, sondern staatliche Pflichtaufgabe.
  • Bessere Arbeitsbedingungen durch klare und verbindliche Personalschlüssel. Für eine gute Reform des Kinder- und Jugendhilferechts, die aktuelle gesellschaftliche Anforderungen berücksichtigt.
  • Kita-Qualitätsgesetz: Bundeseinheitliche Qualitätsstandards (Fachkraft-Kind-Relation, Gruppengrößen, Zeit für Vor- und Nachbereitung) und dauerhafte Beteiligung des Bundes. Die Standards müssen für alle Einrichtungen gelten – unabhängig von der Trägerschaft.Fachkräfte sichern, Kooperationsverbot aufheben:
  • Gemeinsame Fachkräfteoffensive von Bund und Ländern in der frühkindlichen Bildung. Der Bund muss sich finanziell stärker für die notwendige Infrastruktur engagieren.
  • Inklusive Bildung und Betreuung an Kitas und Schulen: Entsprechende personelle und materielle Ressourcen sindim Rahmen eines Bund-Länder-Programms bereitzustellen. Zudem brauchen wir verbindliche Standards zur Umsetzung  der UN-Behindertenrechtskonvention.
  • Stärkung der Tarifbindung: Auch in kirchlichen Einrichtungen garantieren nur Tarifverträge, dass Löhne und Arbeitsbedingungen auf Augenhöhe ausgehandelt werden. Andere freie Träger müssen ebenfalls endlich wieder gute Tarifverträge flächendeckend umsetzen.

ver.di - die Gewerkschaft für die Soziale Arbeit. Mach mit!

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