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Personal reicht nicht

Soll ist voll

Personal reicht nicht

Frauen mit Schildern in der Hand Monika Ulbricht Pflegekräfte des Hamburger Albertinen-Krankenhauses zeigen, ab wann mit dem bestehenden Personal Schluss ist.

Wie viel Personal fehlt auf der Station oder in der Abteilung? Und bis zu welchem Tag im Monat würde es mit dem vorhandenen Personal reichen, wenn die Schicht angemessen besetzt wäre? Diese Fragen diskutieren hunderte Teams im Rahmen der Aktion »Das Soll ist voll«. Die Daten werden bis zum 30. Mai online eingetragen: www.soll-ist-voll.verdi.de

ver.di ermittelt auf dieser Grundlage, wie weit das Personal in den Krankenhäusern bundesweit (nicht) reicht. Die Ergebnisse werden zur Konferenz der Gesundheitsminister am 20. und 21. Juni in Düsseldorf der Öffentlichkeit präsentiert.

Mit dabei sind auch vier Teams aus dem Albertinen-Krankenhaus in Hamburg. »Am Anfang war ich skeptisch«, gibt die Krankenschwester Monika Ulbricht zu. Doch als die Beschäftigten der evangelischen Klinik vor einigen Monaten erstmals bei der Soll-ist-voll-Aktion mitmachten, war die Resonanz hervorragend. »Die Pflegekräfte wissen, dass sie viel zu wenige sind. Mit der Aktion wird das Gefühlte in Zahlen gefasst und sichtbar«, sagt Ulbricht, die auch Mitglied der Mitarbeitervertretung (MAV) ist. »Die Leute haben überhaupt nichts Utopisches gefordert, sondern nur, dass wenigstens die normale Schichtbesetzung eingehalten wird.« Dennoch sei rechnerisch vielfach schon am 21. des Monats Schluss gewesen.

»Ich finde diese Aktion auch deshalb so toll, weil sich die Kolleginnen daran beteiligen können, ohne die Versorgung ihrer Patienten einschränken zu müssen«, betont Ulbricht. »Die Hürde ist sehr niedrig, deshalb machen so viele mit.« Mit den ermittelten Zahlen könne ver.di den Verantwortlichen und der Öffentlichkeit zeigen, wie dramatisch die Situation ist. »Zahlenmenschen verstehen Zahlen«, sagt die Pflegerin mit Blick auf Geschäftsleitungen und Politiker. »Ich hoffe, dass sie daraus den Schluss ziehen, endlich eine gesetzliche Personalbemessung in allen Bereichen einzuführen.«

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